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Wohnungen statt Zwiebackfabrik

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Von: Fabian Böker

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Auf dem alten Gelände am Gluckensteinweg entstehen neue Häuser. Alle Wohnungen werden barrierefrei sein. Die Abrissarbeiten für das Neubauprojekt erfolgen ab Anfang April.

In den kommenden Tagen geht es einem legendären Ort der Bad Homburger Industriegeschichte an den Kragen: Noch in dieser Woche beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss der ehemaligen Zwiebackfabrik „Adolf Schwab“ am Gluckensteinweg. Das Gebäude macht Platz für acht neue Wohnungen. Der Bauherr hat lange auf die Genehmigung warten müssen.

„Anfang April reißen wir ab“, sagt Gerhard Blum. Er ist Geschäftsführer von „Bernhard Bauträger“ aus Friedrichsdorf – und kann den Baubeginn kaum erwarten. Dreieinhalb Jahre hat er auf die Genehmigung warten, drei Anträge habe er insgesamt stellen müssen, was ihn bis heute mindestens „verwundert“.

Erklären kann er sich die lange Wartezeit nicht. Bei der Stadt Bad Homburg heißt es ganz allgemein, alle Anträge würden sorgfältig geprüft, manchmal würden auch Unterlagen fehlen.

Gerhard Blum hat in diesen über drei Jahren oft gedacht: „Alle reden immer davon, dass wir Wohnraum brauchen. Ich kann diesen bieten, und dann muss ich so lange warten. Warum?“

Aber trotz des Ärgers will der Geschäftsführer nicht nach hinten schauen, er blickt nur nach vorne. Und da blickt er auf acht Wohnungen, die am Gluckensteinweg entstehen. Sechs im vorderen Teil, zwei weitere nach hinten raus in Richtung Feuerwache. Die Wohnungen haben zwei oder vier Zimmer, auch eine Maisonette-Wohnung ist dabei. Eine Tiefgarage bietet 14 Stellplätze, ein Aufzug verbindet sie mit den zwei Gebäudekomplexen.

Barrierefreie Wohnungen

Was Gerhard Blum dabei besonders wichtig ist: Alle Wohnungen sind barrierefrei. Ihm ist das deshalb so wichtig, weil er als Bauträger „anspruchsvolles Wohnen mitten in der Stadt“ ermöglichen will – ganz besonders für ältere Menschen.

Ein weiterer Anspruch, den er erfüllen muss, entsteht durch energetische Auflagen. Die Wohnungen müssen über eine Dämmung verfügen, dürfen keine Energieverschwender sein. Ein Erhalt und Umbau der bestehenden historischen Gebäude sei daher von Anfang an nicht in Frage gekommen, so Blum. „Es war klar, dass wir abreißen.“

Seit Januar hat er die Genehmigung dazu. Zunächst wird alles vorbereitet, im April rückt dann schweres Gerät an den Hausnummern 4 bis 6 an. Im Mai könnte es dann mit dem Rohbau losgehen. „Spätestens im Sommer 2017“, so der postulierte Zeitplan des Bauherrn, „wollen wir mit allen Arbeiten fertig sein“.

Dann verschwindet ein Gebäude voller Geschichte aus dem Stadtbild (siehe Infokasten). Eine Umwandlung in Lofts hätte sich angeboten, wenn, so Blum, zum einen die Substanz nicht so alt wäre, zum anderen „Lofts nicht schon lange wieder out“ seien.

Nun also acht Wohnungen. Das Bauschild ist schon aufgestellt, jeder Passant kann sehen, welche Veränderungen das Gelände erfahren soll. Was nicht mehr zu sehen ist: Drei Schilder aus dem Bestand der alten Fabrik. Sie hingen viele Jahre an der Fassade, warben für Brezeln und Zwieback. Doch eines Nachts wurden sie abmontiert. Von wem, weiß keiner. Nun werden sie wenigstens nicht auch abgerissen.

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