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Bad Homburg

Wohnen auf altem Klinik-Areal

Bad Homburg Kreistag stimmt über Konzept eines Investors ab.

Der Mega-Deal ist auf der Zielgeraden – und das heißt, auf dem Areal des alten Kreiskrankenhauses in Bad Homburg an der Urseler Straße könnte ein neues innerstädtisches Wohngebiet entstehen – bezahlbarer Wohnraum inklusive. Vorausgesetzt allerdings, die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stimmen em am 1. Februar und die des Kreistags am 8. Februar zu.

Nach einem aufwendigen Verfahren – 80 Bewerber:innen soll es gegeben haben, von denen 43 fristgerecht bis zum 14. Juni 2019 ein Angebot abgegeben hatten – soll nun ein Investor gefunden worden sein. Dieser – ein Projektentwickler und Bauträger – würde ordentlich Geld in die Hand nehmen.

Demnach sollen die insgesamt 28 661 Quadratmeter Grundstücksflächen – eine Teilfläche, auf der die Stadt eine Kindertagesstätte nebst Außenanlagen und Stellplätzen bauen will, war nicht Gegenstand des Bietverfahrens – von insgesamt vier Flurstücken zu einem Kaufpreis von rund 50 Millionen Euro vom Kreis abgekauft werden. Der Käufer soll sich zudem mit dem Kauf verpflichten, unter anderem für den Abbruch der alten Gebäude, die mitverkauft werden, selbst verantwortlich zu sein und alle Kosten der Vertragsabwicklung zu tragen.

Das Hauptgebäude ist bekanntlich das alte, zehngeschossige Klinikgebäude mit diversen vorgelagerten ein- bis fünfgeschossigen Gebäudeteilen. Bei den weiteren Häusern handelt es sich um das zehngeschossige „Haus Berlin“ in der Taunusstraße 5 sowie die Häuser „Schlesien“ und „Pommern“ im Hessenring. Diese drei Häuser werden allerdings, wie jüngst auch immer wieder in der Öffentlichkeit diskutiert, vorerst noch für kreiseigene Zwecke benötigt, eine Bebauung des gesamten Areals ist daher wahrscheinlich nur in mehreren Abschnitten möglich.

Zur Erinnerung: In den Häusern „Schlesien“ und „Pommern“ wohnen derzeit noch Geflüchtete. Das „Haus Berlin“ war erst im Jahr 2018 von der Stadt Bad Homburg aufwendig saniert worden und wird bislang ebenfalls als Wohnhaus genutzt. Die zeitlichen Abfolgen bedürften also einer weiteren Abstimmung zwischen Stadt, Kreis und Investor. Grundsätzlich soll aber wohl beabsichtigt sein, das Nutzungsverhältnis für das „Haus Berlin“ nicht vor dem 31. Dezember dieses Jahres zu beenden. Das Nutzungsverhältnis zwischen Kreis und Stadt für die Häuser „Schlesien“ und „Pommern“ soll bis 31. Dezember 2022 beendet werden.

Vorbehaltlich einer Prüfung im Bebauungsplanverfahren soll für das Gesamtareal eine Bruttogeschossfläche fürs Thema „Wohnen“ von etwa 33 600 Quadratmetern zuzüglich der Bruttogeschossflächen von Tiefgaragen und Untergeschoss gelten. Weiterhin mussten die Bietenden laut Vorgaben mindestens 9,5 Prozent der Gesamt-Bruttogeschossfläche „Wohnen“ für preisgünstiges Wohnen einplanen.

Das und noch jede Menge weiterer Punkte wie Energie und Ökologie oder auch Lärmbelastung berücksichtigend, sollen im November 2019 dann mit insgesamt fünf Bietenden Verhandlungen aufgenommen worden sein. Auf diese Zahl hatte der Kreis die Verhandlungen festgelegt. Coronabedingt konnten hernach wohl keine persönlichen Gespräche geführt werden, das Ganze lief demnach über ein schriftliches Verfahren ab.

Schließlich sollen im Juli 2020 umfassende Angebote und Planungen von vier Anbieter:innen termingerecht eingegangen sein, deren Vorschläge von Mitarbeiter:innen sowohl des Kreises als auch der Stadt Bad Homburg geprüft wurden. Die Stadt hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden nicht nur, weil das Bebauungsplan-Verfahren bei ihr angesiedelt ist, sondern auch, weil mit ihr die architektonische Gestaltung abzustimmen ist.

Am Ende soll das Konzept eines Projektentwicklers und Bauträgers die Verantwortlichen besonders überzeugt haben – und über eben jenes Konzept sollen die Mitglieder des Kreis-Finanzausschusses und eine Woche später des Kreistags dann abstimmen. Die Rede ist unter anderem von einem „einheitlichen, charakteristischen Gesamtbild mit abwechslungsreicher, vielfältiger Fassade“, von „ansprechend und großzügig“.

Vor allem soll besagter Investor in seinem Konzept zur Schaffung des bezahlbaren Wohnraums beabsichtigen, 3377 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in 40 Wohneinheiten für bezahlbaren Wohnraum zu errichten, 177 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mehr, als eigentlich gefordert.

Die Wohnungsgrößen der 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen sollen demnach zwischen 45 und 90 Quadratmetern liegen. Die Miete, die laut Vorgabe mindestens 20 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen soll, soll netto bei zehn Euro kalt liegen. Was besonders bemerkenswert wäre, denn: In Bad Homburg gibt es keinen qualifizierten Mietspiegel. Zur Ermittlung soll eine ortsübliche Vergleichsmiete für den Erstbezug eines Neubaus herangezogen worden sein, im Mittel soll eine Vergleichsmiete von 16 Euro pro Quadratmeter herausgekommen sein. Mit zehn Euro entspräche der Mietpreis also einem Preis, der fast 38 Prozent unter der ortsüblichen Miete läge.

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