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Lia Wöhr und der Bären-Brunnen

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Die Oberurselerin Lia Wöhr (1911-1994) neben Heinz Schenk
Die Oberurselerin Lia Wöhr (1911-1994) neben Heinz Schenk © picture-alliance / dpa

Die TSG-Halle wird 100 Jahre alt, der Verein dazu 150 und auch der Bären-Brunnen steht schon seit 25 Jahren - in Oberursel wird im kommenden Jahr nicht nur der Hessentag gefeiert.

Von Jürgen Streicher

Ja, es ist tatsächlich schon zehn Jahre her, dass das Wahlvolk bei Kommunalwahlen erstmals kumulieren und panaschieren durfte. Dass da nicht gemauschelt oder geklüngelt werden sollte, mussten viele erst verstehen. Die meterlangen Wahlzettel in vielen blassen Farben mussten immer wieder erläutert und erklärt werden. In den Tagen vor dem kleinen Jubiläum wird den Wählern mit Sicherheit wieder geholfen, damit sie bei der Kommunalwahl am 27. März ordentlich panaschieren und kumulieren können.

Dank Andrea Bott kann sich die Stadt im neuen Jahr auch an solche Randereignisse der Geschichte erinnern und noch anderes feiern als den Hessentag. Der Stadtarchivarin und ihrer akribischen Recherche ist zu verdanken, dass im Hessentagsjahr manch eher vergessenes Detail kurzfristig ins Licht gerückt wird. Ereignisse, ohne die Oberursel den Hessentag vielleicht nie bekommen hätte.

Oberursel als Stadt der Schulen etwa, was Bürgermeister Hans-Georg Brum so gerne als Werbefaktor anpreist. Ein halbes Jahrhundert ist es 2011 her, dass der Grundstein für diese Bedeutung gelegt wurde. Mit der Eröffnung der Realschule in der Zeppelinstraße etwa, durch die die Volksschulen Nord und Mitte Grundschulen werden konnten. Am 21. Januar 1961 wurde der Backsteinbau geweiht, drei Jahre später wurde die Schule zu Ehren des ermordeten US-amerikanischen Präsidenten John-F.-Kennedy-Realschule getauft.

Das Jubiläum erlebt der Bau nicht, für den Neubau des Gymnasiums wurde er vergangenes Jahr abgerissen. Der ebenfalls 1961 errichtete Erweiterungsbau des Gymnasiums darf stehen bleiben und wird das Ensemble aus alten und neuen Gebäuden ergänzen.

Auch die Berufsschule in der Kleinen Schmieh, die seit 1971 Feldbergschule heißt, wurde 1961 fertiggestellt – für läppische zwei Millionen D-Mark. Ein Vielfaches werden die beiden Campusgebäude für die Feldbergschule im Schulzentrum an der Bleibiskopfstraße kosten, zum Jubiläum werden sie nicht ganz fertig sein.

Besonderen Glanz auf Oberursel wirft seit vielen Jahren die Frankfurt International School (FIS). Von sechs Familien gegründet, bezog sie vor 50 Jahren die Villa Klimsch an der „Waldlust“ und ein angrenzendes Fabrikgebäude.

Inzwischen gehört der privaten Schule fast das gesamte Gelände zwischen Waldlust und Hohemark, rund 1500 Schülerinnen und Schüler aus zig Nationen werden dort unterrichtet, zurzeit läuft ein neues Erweiterungsprojekt, in das die Schule rund 14 Millionen Euro investieren will.

Wer Jahrestage und Jubiläen liebt, kommt auf seine Kosten und kann öfters mal den Sekt kühl stellen. Nach dem Jubiläumspanaschieren im März etwa am 9. April als Mitglied der TSG Oberursel (TSGO), die den 100. Jahrestag der Grundsteinlegung der inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Turnhalle in der Korfstraße feiert. Turngesellschaft hieß der Verein damals noch, aus dem nach der Verbindung mit dem Turnverein von 1861 die TSGO wurde. 150 Jahre Verein, 100 Jahre Sporthalle und der erste Marathonlauf der Vereinsgeschichte zum Hessentag – da gibt es im größten Verein der Stadt auch nach dem Jubiläumsball am 29. Januar einiges zu feiern.

Tschernobyl und putzige Bären

Weniger zum Sekttrinken als zu stillen Gedenken eignet sich der 26. April, den Andrea Bott auf ihrer Liste nicht vergessen hat. An jenem Tag vor 25 Jahren ereignete sich der Atomreaktor-Unfall in Tschernobyl mit Auswirkungen bis in den Taunus. Die Oberurseler Spiel- und Sportplätze wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt, das Freibad blieb geschlossen.

Trotz Tschernobyl wurde am 7. Juni 1986 der Bären-Brunnen an der „Bären-Kreuzung“ seiner Bestimmung übergeben. Warum die vom Oberurseler Künstler Georg Hieronymi geschaffenen putzigen spielenden Bronze-Bären erst ein Jahr später hinzukamen, ist nicht überliefert.

Sie sollen an das frühere Gasthaus „Zum Bären“ und das gleichnamige erste Oberurseler Kino an der Kreuzung erinnern. Im Kino war zuletzt eine Disco untergebracht, das Gasthaus wurde 1991 abgerissen, um die „Bären-Arkaden“ zu bauen.

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