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Die CDU wird weiblicher

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DU-Kreischef Jürgen Banzer wurde abgestraft. Er  erhielt beim Parteitag das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten.
DU-Kreischef Jürgen Banzer wurde abgestraft. Er erhielt beim Parteitag das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten. © dpa

15 Frauen stehen auf den 32 Listenplätzen der CDU für die Kreistagswahl im März 2011. Auf Platz eins bleibt aber ein politisches Schwergewicht: Ex-Minister Jürgen Banzer muss beim Parteitag allerdings das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten hinnehmen.

Von Klaus Nissen

Unschön verlief der Samstag für CDU-Kreischef Jürgen Banzer. Der eigene Parteitag verabreichte dem 55-Jährigen eine Ohrfeige. Banzer wurde Kreistags-Spitzenkandidat – aber mit dem schlechtesten Wahlergebnis aller 80 Kandidaten. 45 von 218 Delegierten stimmten in der Bommersheimer Burgwiesenhalle geheim gegen ihn.

Keiner traute sich, dieses Verhalten mündlich zu begründen. Der abgewatschte Spitzenpolitiker aus Oberursel übte sich in Sarkasmus: Immerhin stünden 80 Prozent der Parteigänger hinter ihm, so Banzer nach dem Parteitag. Und: Seine Beliebtheit sei seit März gestiegen. Damals stimmten „nur“ 65 Prozent der CDU-Mitglieder für den einzigen Vorsitz-Kandidaten Jürgen Banzer.

Was will er im Kreistag? „Ich möchte für die CDU um jede Stimme kämpfen“, sagte der Ex-Landrat. „Ich will weder Madeleine Funke als Kreistagsvorsitzende beerben, noch wird der Fraktionsvorsitzende Banzer heißen.“ Er wolle im Kreistag wieder eine Mehrheit für die CDU organisieren. „Die FDP bleibt unser Partner Nummer eins.“ Aber Banzer will mit allen Parteien außer Linken und Piraten reden. „Es wäre spannend, auch mal mit den Grünen zu diskutieren und sie in die Verantwortung zu nehmen.“

32 Sitze hat die CDU-Kreistagsfraktion im 34. Jahr ihrer Herrschaft. Auf Platz 1 bis 32 der neuen Liste sind 15 Frauen zu finden. Und diverse männliche Kreistags-Neulinge: die Bürgermeister Gregor Sommer (Wehrheim), Klaus Hoffmann (Neu-Anspach) und Thomas Fischer (Glashütten). Ferner der Planungsverbands-Manager Matthias Drexelius aus Usingen und der Oberurseler Ex-Staatssekretär Gerd Krämer.

Fraktionschef Holger Haibach fehlt auf der Liste. Der 39-jährige Bundestagsabgeordnete aus Weilrod will ab 2011 als Direktor der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia leben – „als Schwarzer unter Schwarzen“, frotzelte Banzer.

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