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Was wird aus der Notunterkunft?

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Von: Andrea Herzig

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Das Haus bietet Platz für bis zu 750 Menschen.
Das Haus bietet Platz für bis zu 750 Menschen. © Michael Schick

Land entscheidet in dieser Woche / Kreis refinanziert mit Miete neue Klinik.

Wann und ob das alte Krankenhaus an der Urseler Straße von Flüchtlingen bewohnt wird, ist ungewiss. In Wiesbaden will sich das Sozialministerium in dieser Woche dazu äußern, wie man mit den für Asylbewerber hergerichteten Gebäuden umgeht. Rund um das Gelände des alten Krankenhauses steht ein fester, über zwei Meter hoher Zaun. Bereits Ende 2015 sollten in das 2014 verlassene Gebäude Flüchtlinge einziehen. Das Krankenhaus ist als Außenstelle des Aufnahmelagers Gießen geplant.

Sanierung kostet einstelligen Millionbetrag

Mit Hochdruck haben Dutzende von Handwerkern seit dem Spätherbst daran gearbeitet, das Bettenhaus wieder bewohnbar zu machen. Konkrete Zahlen über die Kosten gibt das zuständige Finanzministerium nicht preis, Landrat Ulrich Krebs schätzt einen höheren einstelligen Millionbetrag. Ein Jahr zuvor waren Abrissfirmen im Haus unterwegs und hatten unter anderem sämtliche Armaturen entfernt. Es mussten nun auch Stromleitungen wieder eingezogen und Wasserleitungen gespült werden. Mitte Januar organisierte die Stadt eine Informationsveranstaltung für Bürger.

Die vielen Baucontainer vor dem Haus sind inzwischen abgezogen, das Haus ist laut Krebs quasi bezugsfähig. Ende Februar gab das Regierungspräsidium Darmstadt (RP), das für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig ist, bekannt, etwa Mitte des März sei mit einem Bezug zu rechnen. Doch der steht weiter nicht bevor, Grund sind die rückläufigen Flüchtlingszahlen, wie das hessische Sozialministerium einräumt. Rund 10 000 weniger waren es allein im Vergleichszeitraum von November 2015 bis Februar 2016, sagt Pressesprecher Markus Büttner.

Der Hochtaunuskreis will das Krankenhausareal an einen Investor verkaufen, um damit die Großgeräte der neuen Klinik zu refinanzieren. Das geht nun nicht, aber der Kreis bekommt für drei Jahre eine feste Mieteinnahme, ob nun Flüchtlinge in dem Haus wohnen oder nicht. Mit der kann er den Verlust durch den verschobenen Verkauf gegenrechnen. 150 000 Euro, informierte Krebs, müsse der Kreis dabei „nur“ draufzahlen.

Er würde die Kapazitäten vorhalten, sagt der Landrat. Besser als wieder Turnhallen aufmachen zu müssen. Zum Sommer könnten die Flüchtlingszahlen erneut steigen. In Kronberg ist in einem ehemaligen Hotel eine weitere Außenstelle bereits in Betrieb.

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