1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

„Wir erziehen sie bewusst ganz individuell“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Drillingsmutter Liane Gorny erzählt aus ihrem Alltag, von vielen Hobbys und vielen Klamotten.

Ihre Kinder sind neun Jahre alt, haben Sie immer noch viel Stress?

Mittlerweile habe ich mich eigentlich daran gewöhnt, aber das erste Jahr war anstrengend. Wenn andere zu dieser Zeit von mir wissen wollten, was ich am Tag davor gemacht habe, konnte ich es meist nicht sagen.

Wie organisieren Sie den Alltag mit Ihren Drillingen?

Obwohl ich beruflich Projekt-Controlling mache, ist es eine Herausforderung. Die Zusammenarbeit zwischen meinem Mann und mir funktioniert allerdings gut. Er geht zum Beispiel immer einkaufen, ich mache morgens immer die Kinder fertig. Stressig ist es trotzdem, wir müssen ständig Termine koordinieren, weil jedes Kind ein eigenes Hobby hat.

Ihre Drillinge sind also nicht aneinander angepasst?

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, sie individuell zu erziehen. Deshalb tragen sie zum Beispiel auch nie die gleichen Klamotten. Wenn ein Kind heult, werden davon die anderen nicht angesteckt. Ich glaube, das ist gut für die Entwicklung.

Wie mussten Sie Ihr Leben bisher an die Drillinge anpassen?

Das fing vor der Geburt an, ich musste zehn Wochen liegen. Die ersten drei Jahre blieb ich zu Hause, denn ich hatte nicht die Kraft, noch in eine andere Rolle als die der Mutter zu schlüpfen. Ohne die Nachmittagsbetreuung in der Schule könnte ich meinen Job wahrscheinlich auch heute noch nicht ausüben, denn mein Mann arbeitet Vollzeit.

Welche Vorteile bringt es, wenn man Drillinge hat?

Im Urlaub gibt es kein Leistungsgefälle zwischen jüngeren und älteren Kindern, das ist gut beim Sport machen. Die Mädchen spielen außerdem oft miteinander, und alle drei halten gut zusammen.

Und die Nachteile?

Man muss immer alles wiederholen, weil sie nicht voneinander lernen. Außerdem kann man die Kleidung nicht weiterreichen, das ist teuer. Schwierig ist es auch, ihnen zu erklären, warum sie nicht immer gleich behandelt werden, zum Beispiel wenn einer ein größeres Geschenk bekommt.

Wenn Sie heute die Wahl hätten, würden Sie sich für Drillinge entscheiden?

Auf jeden Fall. Ein einzelnes Kind wäre mir viel zu langweilig.

Interview: Desirée Brenner

Auch interessant

Kommentare