1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

„Wiesbadener Rinne“ hat ein Leck

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ein Mitarbeiter des Seedammbades stellt Strandkörbe auf.
Ein Mitarbeiter des Seedammbades stellt Strandkörbe auf. © Michael Schick

Bernd Eller, der Chef der Stadtwerke, spricht über die Panne im Seedammbad, wer für den Schaden aufkommt und warum ein Schwimmbad immer ein Verlustbringer ist.

Herr Eller, das größte Schwimmbecken in der Halle des Seedammbads ist seit Anfang August undicht. Das Bad wurde schon vor 42 Jahren gebaut. Ist es reif für den Abriss?

Nein. Wir haben es ja immer wieder modernisiert. 2003 wurde eine „Wiesbadener Rinne“ ins 25-Meter-Becken eingebaut. Die gewährleistet, dass das Wasser auf der ganzen Beckenbreite überläuft.

Wo ist das Becken denn undicht?

Das wissen wir nicht genau. Irgendwo im Bereich des Überlaufs am oberen Rand des Beckens. Fachleute haben das Epoxidharz zwischen den Fliesen erneuert, aber leider bisher ohne Erfolg.

Und nun?

Das zuständige Architekturbüro hat jetzt nochmals eine Fachfirma beauftragt, diesen Mangel zu beheben. Im Moment trocknet die Abdichtung aus. Am Sonntag machen wir noch eine Dichtigkeitsprüfung. Wenn alles dicht ist, können wir das Becken Ende nächster Woche wieder öffnen.

Wer kommt für den Schaden auf?

Das Architekturbüro. Bisher kostete die Panne 35.000 Euro. Sie ist das größte technische Problem seit der Bad-Eröffnung 1968.

Bleiben dadurch Besucher aus? Verlieren Sie Einnahmen?

Einnahmeausfälle haben wir eigentlich nicht. Die zehn anderen Becken sind ja noch benutzbar, solange das Freibad geöffnet ist.

Und wann schließt das Freibad?

Es kommt auf die Witterung an. Wenn es nicht gerade regnet, haben wir 300 bis 400 Besucher im Freibad. Aber wenn es in der nächsten Woche anhaltend regnet und kälter wird, kommt keiner mehr. Selbst wenn es danach wieder schön wird, ist das Freibad nicht mehr attraktiv – außer dem 25-Meter-Außenbecken, das ganzjährig nutzbar ist.

Kann die Stadt Bad Homburg mit dem Seedammbad Gewinne machen?

Ein Schwimmbad ist immer ein Verlustbringer. Wir müssen im Jahr netto etwa 1,5 Millionen Euro zuschießen. Das ist hinzunehmen. Bei jährlich 550.000 Besuchern haben wir wohl das größte Bad im Hochtaunus.

Interview: Klaus Nissen

Auch interessant

Kommentare