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Wieder eine Chance dahin

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Von: Jürgen Streicher

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Jürgen Streicher ist Redakteur der Frankfurter Rundschau in Bad Homburg.
Jürgen Streicher ist Redakteur der Frankfurter Rundschau in Bad Homburg. © FR/Fickert

Das Drama nimmt seinen Lauf. Und wenn es so weitergeht, wird aus dem Drama ein Trauma. Erneut scheitert ein Projekt, mit dem Oberursel beim Hessentag 2011 auftrumpfen wollte. Von Jürgen Streicher

Das Drama nimmt seinen Lauf. Und wenn es so weitergeht, wird aus dem Drama ein Trauma. Denn wieder scheint ein Projekt gescheitert, mit dem die Stadt beim Hessentag 2011 auftrumpfen wollte. Neben den Attributen Schulstadt und Kulturstadt hätte sie sich so gerne auch mit einem neuen noblen Kongress-Hotel auf Vier-Sterne-Niveau geschmückt. In dessen Park Freiluft-Theater in besonderem Ambiente geboten wird, noch einmal aufgewertet durch die neuen Hausherren.

Der Traum könnte zerplatzen. Wie der vom neuen Bahnhof rechtzeitig zum Hessentag. Wie der vom neuen Hallenbad rechtzeitig zum Hessentag. Wie so viele Träume, die der Hessentag weckte. Ausgerechnet der Name des früheren Bürgermeisters Gerd Krämer (CDU) steht unter der Weisung aus dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst an die Stadt, dem Investor Igemet die Hotelpläne nicht so zu genehmigen, wie der das wünscht. Als Staatssekretär muss er bremsen, was sein Nachfolger Hans-Georg Brum (SPD) so gerne als Erfolg seiner zweiten Amtszeit verbuchen würde.

Ein guter Tag für den Denkmalschutz, sagten die Verfechter des Hotel-Projekts 2008, als das Ministerium im ersten Dissensverfahren seine Denkmalbehörde überstimmte und pro Hotel im Park der Villa Gans votierte. Denn dies war auch eine Chance für den Denkmalschutz. Und das in doppelter Hinsicht, weil es in Oberursel gilt, Haus und Hof zu schützen. Die Villa und den Park, beides Denkmäler von hohem Wert. Dafür sollten die Investoren stehen. Sie sollten die Chance nutzen können, Vergangenheit mit Zukunft im Sinne der Stadt und des Kulturerbes zu verbinden.

Zwischen den Zeilen der Ablehnung hören die Investoren nun den Vorwurf der Maßlosigkeit heraus. Denn sie wollen die Villa abreißen, statisch für eine bessere Ausnutzung aufrüsten und dann wieder aufbauen. Den Versuch des Aushebelns der ursprünglichen Entscheidung, wittert hingegen das Ministerium und will nicht mehr mitspielen. Als böser Bube möchte aber vor allem der Ex-Bürgermeister nicht dastehen. Die Hotelbaupläne sieht er nicht als gescheitert. Klar ist nur, wer sich diesmal bewegen muss.

Es wäre fatal, wenn die von allen Parteien angekündigten Bemühungen, eine Lösung zu finden, scheitern würden. Denn es geht nicht nur um ein Luxus-Hotel und die damit verbundene touristische Aufwertung der Stadt. Es geht auch um ihr in der gesamten Region bekanntes und geschätztes Theater im Park, für das eine vergleichbare Spielstätte kaum zu finden ist.

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