1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

AfD wettert gegen „Christenverfolgung“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Herzig

Kommentare

AfD wettert gegen „Christenverfolgung“.
AfD wettert gegen „Christenverfolgung“. © dpa

Die AfD wettert gegen die „Christenverfolgung in Oberursel“. Sie kritisiert sie, dass die Verfolgung religiöser Minderheiten von einem „Kartell der Willkommenskultur aus Politikern und der Asyl-Industrie“ vertuscht werde. Ihr Wahlprogramm hat die AfD noch nicht verabschiedet.

Am Ende war es zu spät, um auch noch das Wahlprogramm zu verabschieden. Kurz vor Mitternacht hatte der Kreisverband der rechtspopulistischen AfD nach knapp fünf Stunden akribisch genau Vorstand und Delegierte gewählt. Das Programm wird nun demnächst vom Vorstand verabschiedet. Eine inhaltliche Aussprache dazu gab es nicht.

Um was es gehen wird, verriet Peter Lutz aus Oberursel, der als stellvertretender Vorsitzender bei der Sitzung von Thomas Langnickel aus Kronberg abgelöst wurde. Demnach will sich die AfD auf Kreisebene unter anderem mit den defizitären Hochtaunuskliniken beschäftigen, die sie privatisieren wollen. Landrat Ulrich Krebs (CDU) habe die Finanzen nicht im Griff, urteilt Lutz, der für das Stadtparlament Oberursel und den Kreistag kandidiert.

In einer Pressemitteilung des Oberurseler Ortsverbandes äußert sich die AfD zudem zur „Christenverfolgung in Oberursel“. Darin kritisiert sie, dass die Verfolgung religiöser Minderheiten von einem „Kartell der Willkommenskultur aus Politikern und der Asyl-Industrie“ vertuscht werde. Landrat Krebs und Sozialdezernentin Katrin Hechler (SPD) hätten „die Misshandlung der Christen in den Lagern“ zu verantworten. Hechler sei überfordert und von ihren Aufgaben zu entbinden.

Ansonsten beschäftigte sich die Partei vor allem mit sich selbst. Sie gibt sich selbstbewusst in der Folge neuster Umfragen mit ihren derzeit rund 90 Mitgliedern im Kreis, von denen 32 bei der Versammlung in Neu-Anspach anwesend waren. Nur sechs Frauen waren darunter, das gehobene Mittelalter stellte die Mehrzahl. Bei der Vorstellung für Delegierten- und andere Posten offenbarten sich viele enttäuschte Ex-Mitglieder anderer Parteien: Mehrere ehemalige CDU-Parteigänger, aber auch von FDP und SPD waren zur AfD gewechselt. Kreissprecher Münch selbst war bekanntlich vor Jahren bei den rechtsextremen Republikanern.

Die Partei ist bemüht, ein Bild neuer Einigkeit nach überstandenen Querelen zu bieten, aber offenbar nicht ausdiskutierte Konflikte im Hintergrund sind unübersehbar. Lutz, der den Weckruf der Lucke-Fraktion unterzeichnet hatte, hat keinen Vorstandsposten mehr. Konrad Adam, Gründungsmitglied und ehemals im Bundesvorstand, beklagte sich über eine Abmahnung, die er vom Kreisverband bekommen hatte, weil er vor Spaltung der Partei gewarnt habe. Er habe die Causa in die Öffentlichkeit getragen, begründete Münch. Der scharf geführte Disput wurde von der Versammlung abgebrochen, Adam verließ darauf den Saal.

Auch interessant

Kommentare