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Laternenfest

Wenn der Homburger auf der Straße tanzt

  • VonJürgen Streicher
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Waren es wieder Hunderttausende? Oder mehr, oder weniger? Das ist schwer zu sagen. Leicht erkennbar ist hingegen, dass für den Hochtaunus-Bewohner das Laternenfest ein Muss im Jahresfeierplan ist. Von Jürgen Streicher

Waren es wieder Hunderttausende? Oder mehr, oder weniger? Eine befriedigende Antwort auf diese Frage wird es nie geben, sicher aber ist, dass zum Laternenfest wieder ganz, ganz viele Menschen in Massen und ohne allzu große Berührungsängste durch die Bad Homburger Innenstadt gepilgert sind. Das Frankfurter Museumsuferfest braucht das Volksfest als Konkurrenz nicht fürchten, für den Hochtaunus-Bewohner scheint die Laternensause ein Muss im Jahresfeierplan.

Mögen sich manche Damen auch mit leuchtenden Playboy-Bunny-Ohren verunstalten, ohne das peinlich zu finden, so ist es für Traditionalisten und Bewahrer von Kulturgut doch ein beruhigendes Zeichen, dass es die Leuchtlaternen der Urzeit des Festes immer noch gibt. Jene kleinen Laternchen in Rot oder Grün ohne hektisches Flimmern, die auf dem Busen oder der Männerbrust leuchten, verbunden mit der klassischen Flachbatterie, die man sich in die Brusttasche stecken kann. Gehen halt nicht mehr ganz so gut wie früher, kosten auch sechs Euro das Stück.

Mit Champagnerluft kann sich die Kurstadt in Laternenfest-Zeiten nicht brüsten. Der Geruchscocktail, der sich auf der Fressmeile bildet, lässt das nicht zu. Schon gar nicht am späten Abend, wenn die Mülleimer längst überborden, die zerborstenen Flaschen und Gläser Duftmarken hinterlassen, die sich mit dem Geruch der Hunderttausend mischen. Dann tanzt der Homburger bisweilen auf der Straße und singt "Heut´ ist so ein schöner Tag".

Und das wird er wohl auch 2010 wieder am letzten August-Wochenende tun. Denn Wahrsagerin Novredana alias Singwalla Bügler, seit 16 Jahren Stammgast beim Fest, ist sicher, dass alles gut bleibt in Bad Homburg, auch mit einem grünen Oberbürgermeister. "Grün ist nicht schlecht, hier pulsiert doch das Leben."

Die Polizei wird das viertägige Fest, das heute mit Kinderfestzug und Feuerwerk zu Ende geht, nach dem Stand von gestern Abend als vergleichsweise ruhiges Fest zu den Akten legen. Die "üblichen Streitigkeiten und kleineren Schlägereien" wurden notiert, mal auf dem Festplatz am Heuchelbach, mal an einer Bushaltestelle in der Lousienstraße, wo sich Jugendliche mit Fäusten traktierten. Opfer war auch ein Ordnungspolizist, der in der Nacht zum Sonntag einen Streit in der Dietigheimer Straße schlichten wollte und dann selbst niedergeschlagen, getreten und im Gesicht verletzt wurde.

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