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André Heller verwandelte  Glasfaserkabel in  Licht-Kunst.
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André Heller verwandelte Glasfaserkabel in Licht-Kunst.

Wenige wollen Glasfaser

Friedrichsdorf Pilotprojekt für schnelles Internet ist in Gefahr

Von Klaus Nissen

Das superschnelle Internet kommt in Friedrichsdorf wohl doch nicht so bald. Im Februar will die Telekom mit der Verlegung von Glasfaserkabeln beginnen, wenn sich genug Interessenten melden. Es sind aber noch nicht genug, meldet Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney: „Probleme bereiten uns die bisher wenigen Rückmeldungen von Privateigentümern von Mehrfamilienhäusern.“

Weil die Telekom nicht alle Adressen hat, müssten die Hausbesitzer den Fernmeldekonzern selbst ansprechen. Das tun sie aber nicht im ausreichenden Maße. Wie viele noch fehlen, konnte das Unternehmen am Mittwoch nicht sagen. Aber: „Im Extremfall können wir gar nicht ausbauen.“

Privatleute haben ein eher geringes Interesse an Glasfasern, heißt es in einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Sie haben die Vorzüge der schnellen Internetverbindung noch nicht erlebt. Und in Friedrichsdorf werden Ein- und Zweifamilienhäuser nur dann angebunden, wenn die Bewohner Nutzungsverträge abschließen. Etwa eine Telefon- und Internet-Flatrate für 44,95 Euro im Monat. Oder einen „Entertain-Comfort“-Tarif, bei dem man für 54,99 Euro bis zu 70 Fernsehsender im HD-Format und den Zugriff auf eine Filmothek geliefert bekommt.

Per Glasfaser kann man verlustfrei über lange Strecken bis zu 200 Megabit Daten pro Sekunde transportieren – herkömmliche Kupferkabel schaffen bis zu 16 Megabit. Die Bundesregierung fordert, dass bis 2014 mindestens 75 Prozent aller Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde ans Internet angeschlossen sind. Das dürfte kaum zu schaffen sein. Die Telekom vermarktet zurzeit die Glasfaser-Anschlüsse in nur zehn Städten.

Telekom zahlt Kabelverlegung

Im Rhein-Main-Gebiet ist es neben Neu-Isenburg nur Friedrichsdorf. Hier bietet sie an, die mit Lichtimpulsen funktionierenden Datenkabel auf eigene Kosten bis zur Außenwand des jeweiligen Hauses zu verlegen. Sie werden 60 Zentimeter tief in den Boden versenkt; die bisherigen Kupferkabel sollen vor Ort bleiben. Wer die Glasfasern bis zur Telefonbuchse in der eigenen Wohnung gelegt haben will, muss die Kosten dafür tragen.

In Friedrichsdorf wirbt das Unternehmen mit Plakaten und städtischer Unterstützung für das Glasfaserprojekt. Alle Immobilienbesitzer Stadtgebiet bekamen einen Empfehlungsbrief des Bürgermeisters Horst Burghardt ins Haus geschickt. Gespräch mit den Besitzern größerer Wohnungskomplexe seien erfolgreich angelaufen, so Telekom-Sprecher McKinney.

Doch los geht es mit der Glasfaser erst, wenn 80 Prozent der 5800 Haushalte in Friedrichsdorf und Seulberg einen Glasfaser-Anschluss beantragen.

Rafaela Möhl vom Verbraucherdienst Teltarif rät, sich genau zu überlegen, ob man sich den Aufpreis für den High-Speed-Glasfasertarif aufbürden möchte. Wer nur surfen, E-Mails abrufen oder mal ein Video schauen möchte, für den reichten in der Regel sechs bis 16 Megabit pro Sekunde aus.

Datenmengen ab 25 Megabit seien für Firmen interessant. Und lediglich für jene Privatleute, die sich hochauflösende Filme direkt aus dem Internet anschauen wollen.

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