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Wenige Kletterer im Wald

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Jonathan Schwick und Melanie Miller bei einer der ersten Kletterpartien des Jahres.
Jonathan Schwick und Melanie Miller bei einer der ersten Kletterpartien des Jahres. © Martin Weis

Auch wenn das Wetter noch zu Wünschen übrig lässt, hat der Friedrichsdorfer Kletterwald nach der Winterpause bereits wieder geöffnet. Besucher profitieren ab diesem Jahr von einem neuen Preissystem.

Von Nina Nickoll

Still ist es im Kletterwald in Friedrichsdorf, kalter Wind bläst und bringt kahle Buchen und Eichen zum Schwanken. Die Mitarbeiter stehen am Eingang und warten auf Besucher. Obwohl Saisoneröffnung ist, ist keiner in Sicht.

„Für heute haben 30 Personen reserviert, bisher ist aber noch keiner gekommen“, sagt Park-Manager Axel Schwabe. Nach fast zwei Jahren im Kletterwald weiß er, dass das nicht den Ruin bedeuten muss: Der Park hat bis zu den Herbstferien geöffnet und in der Hauptsaison ab Juni kommen an manchen Wochenenden bis zu 500 Besucher. Anfang der Saison sei der Park oft schwächer besucht, aber die vollen Sommertage machten es wieder wett.

Im Wald sind Stimmen und raschelnde Blätter zu hören. David Cerny wurde gerade von Patrick Scheich aus der Baumkrone gerettet. Die beiden Mitarbeiter haben die Freizeit genutzt, um an einem der elf Parcours Rettungsübungen zu trainieren. Scheich, der kleiner und schmaler als Cerny ist, hat seinen Kameraden mit dem Seil nach oben zurück zur Plattform gezogen. Kaum zu glauben, doch Schwabe erklärt, dass der Flaschenzug, der dreimal umgelenkt sei, dies möglich mache. Damit könne Scheich bis zu 150 Kilo hochziehen.

Sicherung wird vereinfacht

Der Park sehe aus wie immer, verrät Schwabe. Erst zur nächsten Saison, also 2014, werde sich einiges am Aussehen des Kletterwaldes verändern: „Wir wollen ein neues Sicherungssystem etablieren, bei dem man sich nur einmal ein- und aushängen muss“, sagt Schwabe. Zurzeit müssen sich die Kletterer bei jeder Plattform mit Karabinerhaken an den Stahlseilen sichern. Im Zuge der Umrüstung würden sich auch die Parcoursverläufe verändern, neue dazukommen und alte umgebaut, so der Parkleiter.

Was jetzt schon neu ist: Die Preise sind gesunken und richten sich nach Kletterzeit statt Alter. Zwei Stunden am Wochenende oder drei wochentags kosten nun 9,90 Euro. Eben spricht Schwabe noch über die tolle vergangene Saison, da trauen sich auf einmal drei mutige Frankfurter in den Wald: Nachdem Bärbl Christ, ihr Sohn Anton und sein Freund Louis die Helme aufgesetzt haben und der Einweisung eines Mitarbeiters gefolgt sind, starten sie am ersten Parcours namens „Seiser Alm“.

Christ ist begeistert von dem Park mitten in der Natur; weniger jedoch davon, dass sie mit den Jungen mitklettern muss. Die beiden Elfjährigen haben einen Parcours gewählt, auf dem sie nicht ohne erwachsenen Begleiter klettern dürfen. Laut der neuen Broschüre befindet er sich in nur zwei Metern Höhe – der höchste Parcours beginnt auf 25 Metern. Der Parcours für Volljährige habe aber nicht mehr viel mit Spaß, sondern mehr mit Sport zu tun, sagt Schwabe, der alle Strecken einmal wöchentlich klettert.

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