1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Zu wenig Mädchen bewerben sich

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Junge Leute müssen  für Technik-Berufe  begeistert werden.
Junge Leute müssen für Technik-Berufe begeistert werden. © Rolf Oeser

Rolls Royce in Oberursel reagiert auf den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Beim Tag der Ausbildung ist das Interesse schon einmal sehr hoch.

Von Jonathan Vorrath

Kleine Menschentrauben haben sich an den Maschinen in der Lehrwerkstatt gebildet. An jeder steht ein Lehrling der Firma Rolls Royce und erklärt Schulabgängern und ihren Eltern, was sie in der Ausbildung bei dem Traditionsunternehmen erwartet und was die jungen Leute mitbringen müssen, um erfolgreich zu sein. Der Tag der Ausbildung bei Rolls Royce in der Hohemarkstraße zog am Samstag viele junge Menschen auf der Suche nach dem passenden Beruf an. „Wir konnten um die 350 Besucher empfangen“, freut sich Kurt Blum, Teamleiter der Berufsausbildung.

Guter Zulauf ist an einem Tag wie diesem auch nötig, denn qualifizierter Nachwuchs wird selten. „Vor allem in den Naturwissenschaften und den Sozialkompetenzen, wie Pünktlichkeit und Teamfähigkeit, beobachten wir bei vielen Bewerbern Defizite. Außerdem schlagen die geburtenschwachen Jahrgänge langsam durch, was die Lage noch schwieriger macht“, sagt Blum.

Rolls Royce will laut Blum „proaktiv“ zur Verbesserung der Lage beitragen: „Wir haben eine Kooperation mit der Hochtaunusschule. Auszubildende aus unserem Betrieb arbeiten dort gemeinsam an einem Projekt zu Herstellung von Gerätschaften für den Unterricht. Außerdem bieten wir unseren Auszubildenden interne Nachhilfen an, um auch den Schwächeren eine Chance zu geben.“ Praktikanten erhalten ein ausführliches Zeugnis, damit sie sehen können, woran sie noch arbeiten müssen.

Alle Auszubildenden bei Rolls Royce durchlaufen dieselben Ausbildungsphasen – egal welches Berufsbild das Ziel ist. Erst mit der Prüfungsvorbereitung wird ganz gezielt auf den jeweiligen Beruf hingearbeitet. So hat jeder der derzeit 28 Auszubildenden am Standort Oberursel mit einem etwa vier Monate langen Grundlehrgang im Feilen von Werkstücken begonnen.

Julian Lebeau, Auszubildender im vierten Lehrjahr, kann sich noch gut an diese Zeit erinnern: „Je nach Geschick und Schwierigkeitsgrad sitzt man von zwei Tagen bis zu zwei Wochen an einem Teil. Das kann schon anstrengend werden, macht aber auch viel Spaß.“ Etwa zwei Jahre verbringen die Auszubildenden in der Lehrwerkstatt, bevor sie die Zulassung für die Fertigung erhalten. Im Werk freut man sich besonders, dass zehn Prozent der Auszubis weiblich sind: „Wir würden gerne mehr Mädchen einstellen, aber es bewerben sich zu wenige“, so Blum. Zwei Drittel der Bewerber haben einen Realschulabschluss. Der Rest kommt von der Hauptschule oder hat Abitur.

Auch interessant

Kommentare