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Wenig Äpfel auf den Bäumen

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Von: Olaf Velte

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Die Apfelernte wird in diesem Herbst wohl nicht so üppig ausfallen: Motten und der kühle Mai haben die Blüten und Fruchtansätze geschädigt.
Die Apfelernte wird in diesem Herbst wohl nicht so üppig ausfallen: Motten und der kühle Mai haben die Blüten und Fruchtansätze geschädigt. © dpa

Gespinstmotte und Monilia-Pilz tragen ihren Teil zum derzeit mageren Fruchtstand auf den Obstwiesen bei - viel schwerer wiegt aber der kühle Mai 2010. Beeren gibt es dafür in Fülle. Von Olaf Velte

Kein schöner Anblick. Das Aststück ist überzogen von einem feinen Netz, weißliche Kokons haben sich eingenistet, die Blätter sind verwelkt. "Apfelbaum-Gespinstmotte", sagt Peter Gwiasda - und holt schon das nächste kranke Beispiel aus der Tüte: "Monilia-Spitzendürre." Hier hängt die Astspitze leblos und braun vertrocknet. Auch Apfelstecher und Läuse hat der Wehrheimer Naturfreund in den heimischen Obstbaumbeständen festgestellt.

Gespinstmotte und Monilia-Pilz tragen ihren Teil zum derzeit mageren Fruchtstand auf den Obstwiesen bei - viel schwerer wiegt aber der kühle Mai 2010. Während die Bäume in Blüte standen, kamen Bienen und Hummeln nicht auf Temperatur. "Die konnten nur stundenweise fliegen." Eine Bestäubung blieb in vielen Fällen aus. Die Folgen sind für das Gründungsmitglied der Wehrheimer Apfelweinfreunde dramatisch: "Es wird in diesem Jahr kaum Äpfel geben." Und damit auch erheblich weniger des geliebten Stöffchens.

Nach einer reichen Ernte im vergangenen Jahr sieht es aktuell auch bei Zwetschgen und Mirabellen eher bescheiden aus. Der Obstliebhaber wird auf Beeren ausweichen müssen, die in starken Mengen heranreifen. Apfelweinkelterer Gerhard Simon aus Oberursel rät zur Geduld: "Erst ab August kann man Prognosen wagen." In der Regel gebe es genug Äpfel in der Region. Und: "Oft variiert das von Gemeinde zu Gemeinde."

"Jedes Baumstück hat seinen eigenen Rhythmus"

Verhaltener Optimismus herrscht in Kronberg, wo eine "normale Ernte" erwartet wird. In der Kelterei Herberth setzt man auf die Regel, nach der gerade Jahre gute Erträge bringen. Georg Peter Herberth verweist auf die vielen Bienenvölker und die alten, robusten Apfelsorten. "Jedes Baumstück hat seinen eigenen Rhythmus."

Erholung von den Sorgen gibt es in Wehrheim am kommenden Sonntag: Um zwölf Uhr beginnt im Freibad ein Apfelwein-Wettbewerb mit dreißig Proben. Hobbykelterer präsentieren den Jahrgang 2009. Peter Gwiasda verspricht "geschmackliche Vielfalt".

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