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Weiter Weg bis zur Gleichstellung

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Die Frauenbeauftragten im Hochtaunuskreis monieren die Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern. In puncto Gewalt gegen Frauen gibt es in den Frauenhäusern Bad Homburg und Oberursel zwar Anlaufstellen für die Opfer.

Die Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen ist im Hochtaunuskreis noch höher als im Bundesschnitt. Deutschlandweit verdienen Frauen durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer; im Kreis aber beträgt die Differenz 24 Prozent. Die Frauenbeauftragten im Kreis führen das auf die insgesamt vergleichsweise hohen Gehälter zurück. Am Mittwoch präsentierten sie ihren Bericht und zogen Bilanz – 25 Jahre, nachdem die erste Frauenbeauftragte im Kreis ihren Dienst aufnahm.

Viel sei auf dem Weg zur im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichberechtigung bereits erreicht worden, sagte die Kreisfrauenbeauftrage Silke Heil bei der Präsentation des Reports. Aber Beispiele wie eben die angesprochene Lohnschere zeigten eben, dass es auch noch eine Menge zu tun gebe.

In puncto Gewalt gegen Frauen gibt es in den Frauenhäusern Bad Homburg und Oberursel zwar Anlaufstellen für die Opfer. Die Frauenbeauftragten bemängeln aber, dass deren Finanzierung nicht ausreichend gesichert sei und Zuschüsse in den kommunalen Haushalten als „freiwillige Leistung“ geführt werden, also auch ohne großes Aufhebens gekürzt werden könnten.

„Die volle Unterstützung“

Den Opfern häuslicher Gewalt müsse aber dringend geholfen werden. Im Hochtaunuskreis sind im vergangenen Jahr 200 Delikte körperlicher oder sexueller Gewalt gegen Frauen im eigenen Zuhause bei der Polizei aktenkundig geworden, hessenweit waren es rund 7000 Straftaten.

Viele Fälle würden aber gar nicht erst angezeigt, gab Elke Engmann als stellvertretende Fachbereichsleiterin des Hochtaunuskreises zu bedenken. Der Bad Homburger Oberbürgermeister Alexander Hetjes betonte: „Reale Gleichstellung in der Gesellschaft erfordert ein ständiges Auseinandersetzen mit dem Thema.“

Die Gleichstellungsbeauftragte habe daher „die volle Unterstützung der Stadt Bad Homburg.“ Zu den Belangen der weiblichen Flüchtlinge sagte Usingens Gleichstellungsbeauftrage Ute Harmel, man müsse diesen Frauen vor sexuellen Übergriffen in den Unterkünften Schutz bieten.

Traumatisierte Frauen, auch solche, die in ihrer Heimat durch Beschneidung grausam verstümmelt wurden, bedürften einer angemessenen Hilfe. Daher solle nun das leerstehende ehemalige Sporthotel Erbismühle in Weilrod für weibliche Flüchtlinge hergerichtet werden.

Einen Überblick über ihre Arbeit bieten die Frauenbeauftragten in der Broschüre „Gleichberechtigung im Fokus“. Informationen gibt es auch online unter www.hochtaunuskreis.de.

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