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Bad Homburg

Weißer Wal im Lokschuppen

  • Olaf Velte
    VonOlaf Velte
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Das „Bad Homburger Poesie- und Literaturfestival“ geht 2016 in die siebte Runde. Als neue Lese-Orte konnten für 2016 das Sinclair-Haus, der Güterbahnhof und die Spielbank gewonnen werden.

Überregionale Strahlkraft“ wird ihm zugemessen, von „Leuchtturm“-Qualitäten ist die Rede. Bei der Vorstellung des im kommenden Jahr stattfindenden „7. Bad Homburger Poesie- und Literatur-Festivals“ wurden wolkige Aussagen nicht gescheut. „Neben den Blickachsen die herausragende Kultur-Veranstaltung der Stadt“, so Kurdirektor Ralf Wolter.

Was hier strahlt und herausragt, sind die Namen der Vorlesenden. Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck, Hannelore Hoger oder Sebastian Koch – bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen. Sie und etliche andere Kollegen bestreiten ein elfteiliges Programm, dessen Kernzeit zwischen dem 2. und 12. Juni angesiedelt ist. Kurtheater und Kulturbahnhof werden dabei ebenso bespielt wie der Lokschuppen und die Villa Wertheimber.

Als neue Lese-Orte konnten für 2016 das Sinclair-Haus, der Güterbahnhof und die Spielbank gewonnen werden. Wie in der Vergangenheit mehrfach geschehen, soll Literatur als „Erlebnis“ zelebriert, das Buch dem Bürger „wieder nahe gebracht“ werden. Dass es dazu hochprominenter Unterstützung bedarf, scheint in der „Festivalstadt“ Homburg marmorhart gefügte Überzeugung zu sein.

Ambitionen, die ohne Sponsoren nicht Realität werden können. Kosten in Höhe von mehr als 200 000 Euro müssen aufgefangen werden – der städtische Förderbeitrag liegt derzeit bei rund 30 000 Euro. Geld, das nach Kurchef Wolter gut angelegt ist. Fünftausend Gäste aus dem ganzen deutschen Raum hätten das Festival im vergangenen Jahr besucht, die Effekte für Homburg seien positiv und willkommen.

Schon am 3. Februar eröffnet Schauspieler Matthias Brandt mit dem Thema „Angst“ den Reigen. Ebenfalls als „Sonderveranstaltung“ ist der Auftritt von Sebastian Koch am 29. Mai deklariert: Er wird im Rahmen des 175-jährigen Spielbank-Bestehens aus Dostojewskis „Der Spieler“ lesen. Einen Tag vor Verleihung des Hölderlin-Preises pflügt der weiße Wal durch den Lokschuppen – Melvilles „Moby Dick“ als meisterhaftes Beispiel für literarische Unbedingtheit.

Am Ende darf es wieder besinnlich sein. Das Duo Sawatzki/Berkel liest am 4. Dezember die „Weihnachtsgeschichte“ von Dickens in der Erlöserkirche.

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