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Dreharbeiten zum TV-Film "Spätlese"
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Dreharbeiten zum TV-Film "Spätlese"

Filmdreh vor der Villa Waldheim

Weinbauer trifft Juristin

Ein Filmteam dreht vor und in der Villa Waldheim den ARD-Streifen „Spätlese mit Schuss“ mit Michael Fitz. Das Gebäude hat sich zur beliebten Film-Kulisse gemausert.

Von Martina Propson-Hauck

Hör’ auf mit dem Quatsch, ich weiß, dass Du mich siehst. Ich find’ es echt blöd, dass ich hier draußen mit Dir über Erbschaftsangelegenheiten reden soll!“ Der Mann, der da in die Sprechanlage des Hauses Immanuel-Kant-Straße 10 eher brüllt als spricht, möchte keineswegs den Hausbesitzer und Rechtsanwalt Ulrich Cannawurf beleidigen. Die „film gmbh“ dreht hier gerade eine Szene für den ARD-Spielfilm „Spätlese mit Schuss“ mit Michael Fitz in einer der Hauptrollen.

Fitz, vor allem bekannt durch seine Rolle als Assistent Carlo Menzinger im Münchner Tatort, muss seine wenigen Sätze an diesem sonnigen Herbstmittag noch ein gutes Dutzend Mal in die Sprechanlage brüllen. Eine Komparsin mit rotem Hut und grauem Pudel muss rechtzeitig durchs Bild laufen, der andere Komparse im silbernen Cabrio rechtzeitig vorbeifahren. Ruhe bitte und Action! Immer wieder. Und immer wieder von vorn.

Gestern und heute dreht das rund 20 Mann starke Filmteam vor der Villa Waldheim. Seit Jahren stehen Teams Schlange, um das altgediente Haus auf dem 3000 Quadratmeter großen Anwesen als Kulisse zu nutzen.

Gut ein Dutzend Mal war die Villa bereits in Fernsehproduktionen zu sehen. „Anfragen hatten wir noch wesentlich mehr“, sagt Cannawurf. Er stelle das Haus gern zur Verfügung, sagt der FDP-Kommunalpolitiker. Es sei doch besonders interessant, in einem Film das bekannte eigene Umfeld wiederzufinden. Von den knapp zwei Drehtagen in Bad Homburg werden in der aktuellen Produktion allerdings nicht viel mehr als fünf Minuten übrig bleiben.

Die als Kulisse so begehrte Villa Waldheim wurde 1891 im Auftrag des Königlich Preußischen Polizeipräsidenten Hergenhahn erbaut. 1904 kaufte sie der Frankfurter Bankier Louis Feist. Seine Familie musste 30 Jahre später vor den Nationalsozialisten fliehen und emigrierte nach Frankreich.

Im Krieg befand sich nach Recherchen Cannawurfs ein Forschungslabor des Wehrwirtschaftsamtes in dem Haus. Später wurde die Villa beschlagnahmt, das ursprünglich 10 000 Quadratmeter große Grundstück parzelliert. Angehörige der Familie Feist brachten das Haus in die Georg-von-Speyersche Hochschulstiftung ein. Es verkam und sollte 1979 einem Block mit Eigentumswohnungen weichen. Die Eheleute Cannawurf kauften es durch Vermittlung des Frankfurter Immobilienkaufmanns Ignaz Bubis.

Die Geschichte des Hauses spielt in „Spätlese mit Schuss“ aber keine Rolle. Dort soll eine erfolgreiche Frankfurter Anwältin, gespielt von Johanna Christine Gehlen, einen Erbschaftsstreit um ein Weingut schlichten. Der Sohn des verstorbenen Gutsbesitzers (Michael Lott) liegt im Clinch mit dessen Pflegesohn (Michael Fitz), der behauptet, der Vater habe ihm den Hof vermacht. Der junge Weinbauer war früher selbst Jurist und kennt sich aus. So trifft er auf die junge Juristin, man ahnt, dass sich da etwas anbahnt.

Beim Dreh steht Fitz denn also vor dem Tor und wirkt ein wenig entnervt. Ob der Rolle geschuldet oder den vielen Wiederholungen bleibt offen. Pudel Kimberley trägt’s mit Fassung, und in der Immanuel-Kant-Straße kehrt am Freitag wieder Normalität ein.

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