Karsten Mayer (l.) und Parkmitarbeiter Dominik Rau bringen Abstandsmarkierungen an.
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Karsten Mayer (l.) und Parkmitarbeiter Dominik Rau bringen Abstandsmarkierungen an.

Wehrheim

Mit Maske aufs Karussell

Der Freizeitpark Lochmühle in Wehrheim eröffnet die Saison verspätet. Einzelne Gondeln und der Streichelzoo bleiben wegen Corona-Auflagen gesperrt.

Endlich, wir machen wieder auf!“ Die Erleichterung schwingt in der Stimme von Christine Zwermann-Meyer, Chefin des Freizeitparks Lochmühle in Wehrheim mit. Am Samstag, 16. Mai, eröffnet der Freizeitpark wieder. Zum ersten Mal seit Oktober 2019.

Zwermann-Mayer ist erleichtert, aber nicht euphorisch. Der Grund dafür sind die Auflagen des Landes Hessen, die sie in der Corona-Krise umsetzen müssen. „Und die Unsicherheit, ob sich die Besucher auch an die Regeln halten werden“, sagt Zwermann-Meyer. Man habe alles neu durchdenken müssen. Und: „Das ist kein Jahr zum Geldverdienen, sondern es ist ein Dienst am Kunden.“

Genug Platz, um sich aus dem Weg zu gehen und den nötigen Mindestabstand einzuhalten, haben die Parkbesucher. Nur die Hälfte der sonst üblichen Personenzahl darf auf das Gelände, um den vorgegebenen 20 Quadratmetern pro Person gerecht zu werden. Wie viele Besucher das im Einzelnen sind, will Zwermann-Meyer nicht sagen, wohl aber, dass aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen doppelt so viele Arbeitskräfte wie sonst im Einsatz sind.

Normalerweise hätte der Freizeitpark Anfang April wieder eröffnet. Das war nicht möglich, dadurch würden dem Park jetzt rund 50 000 Besucher fehlen, so Zwermann-Meyer. Hinzu komme die reduzierte Besucherzahl, bei gleichzeitigen Mehrausgaben für Desinfektionsmittel, Schutzmaßnahmen und Personal. Aber eines sei sicher, auch wenn das 50. Jahr, in dem die Lochmühle besteht, eines der schwersten überhaupt wird, der Freizeitpark will und werde es überstehen.

Eintrittspreis unverändert

Die Mitarbeiter arbeiten im Akkord daran, alles rechtzeitig für die Eröffnung fertig zu bekommen. Rund 4000 Sommerblumen kommen in die Erde, Unkraut muss gezupft und vor allem Schilder und Markierungen angebracht werden.

„In den Fahrgeschäften und der Gastronomie herrschen Mund-Nasen-Schutz-Pflicht“, erklärt die Parkchefin. Wer sich anstellt, muss 1,50 Meter Abstand halten. Um das auch optisch zu verdeutlichen, sprüht Sohn Karsten mit Mitarbeiter Dominik Rau überall Markierungspunkte an den Fahrgeschäften auf den Boden, „was meine Mutter besonders schmerzt“, meint Karsten Meyer lachend. Schön sei es nicht, aber notwendig, um die Menschen zur Achtsamkeit zu ermahnen.

Auf Ponyreiten, Bällebad und das Betreten des Streichelzoos, müssen die Besucher jedoch verzichten. Beim Reiten könne der Abstand nicht eingehalten werden und auch bei der beliebten Eichhörnchenbahn müssen einzelne Gondeln gesperrt werden, ebenso beim Wellenbad oder aber auch sämtliche Grillhütten.

Zwischen Dutzenden von Anrufen führt Zwermann-Meyer kurze Bewerbungsgespräche, die auf Eis lagen, „einfach, weil wir nicht wussten, wann und ob wir wieder aufmachen dürfen“. Ob es genügend Arbeitskräfte in diesem Sommer geben wird, weiß sie noch nicht. Einige der Saisonkräfte haben bislang noch keine Möglichkeit zum Einreisen, ob sie überhaupt kommen können, ist fraglich.

Die Eintrittspreise bleiben, bis auf die Jahreskarte (70 Euro pro Person) stabil, obgleich der Park von Rücklagen zehre.

Von Tatjana Seibt

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