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Wahlkampf im Internet

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Parteichef  Thorsten Bartsch     will Geschlossenheit.
Parteichef Thorsten Bartsch will Geschlossenheit. © Rohnke

Die Bad Homburger CDU leistet sich trotz roter Zahlen eine teure Kampagne für die Kommunalwahl 2011. Mit Werbung im Internet wollen die Christdemokraten der Piratenpartei trotzen.

Von Martina Propson-Hauck

Intelligente Verkehrsleitsysteme und eine „koordinierte Signalisierung“ fordert die CDU in ihrem 136 Punkte umfassenden Wahlprogramm für die Kommunalwahl im März 2011 unter dem Stichwort Verkehr. Wie nötig die Entlastung des innerstädtischen Verkehrs ist, merkten die Unionspolitiker am Montagabend am eigenen Leib: In der Kurhaus-Tiefgarage ging nichts mehr, und der Programmparteitag begann mit verkehrsbedingter Verspätung.

Parteichef Thorsten Bartsch versuchte seine Parteifreunde auf eine neue Geschlossenheit einzuschwören. „Alle Führungskräfte stehen so geschlossen zusammen wie schon lange nicht mehr“, sagte er mit Blick auf jüngste und ältere Querelen in der Partei. Dass man nicht mehr den Oberbürgermeister stelle, ja nicht einmal mit einem Hauptamtlichen im Magistrat vertreten sei und Axel Dierolf jüngst mit wehenden Fahnen und viel Wirbel in der Öffentlichkeit die Partei verlassen habe – das alles sei kein Grund, am Erfolg bei der bevorstehenden Kommunalwahl zu zweifeln. Auch nicht die „unterirdischen Umfrageergebnisse“ der Bundespartei vom August, die die CDU erstmals unter der 30-Prozent-Marke sahen.

Die Kandidatenliste, so Bartsch, sei eine gute Mischung aus Frauen und Männern, herausragenden Persönlichkeiten und qualifizierten Seiteneinsteigern. Zehn junge Menschen unter 30 Jahren befinden sich unter den ersten 25 Kandidaten. Wie ernst es die CDU mit ihrer Verjüngungskur meint, sollte eine fast rührend wirkende Inszenierung auf dem Parteitag demonstrieren: Das politische Programm für die Wahl trugen, gegliedert nach Themenschwerpunkten, jeweils ein CDU-Altstar und ein Newcomer in einer Art Verteilte-Rollen-Lesen vor.

Medium der Jungwähler

Am Geld jedenfalls soll der Wahlkampf im neuen Jahr nicht scheitern: „Das wird der teuerste Wahlkampf in der Geschichte der CDU Bad Homburg“, sagte Schatzmeister Philipp Devrient. Denn erstmals will man auch mit Werbung ins Internet gehen, um nicht der Piratenpartei dieses Terrain zu überlassen. Zudem hatte sich das Internet im OB-Wahlkampf von Michael Korwisi (Grüne) als wichtige Jungwähler-Plattform erwiesen. Weil aber die CDU nach dem OB-Wahl-Desaster mit Stichwahl ziemlich pleite ist – Devrient sprach von „roten Zahlen“ vermied es aber auch auf Nachfarge, konkret zu werden – werde die Junge Union mit Darlehen helfen. Immerhin verzeichnete er im Jahr 2010 zehn Prozent mehr Spenden. „Mehr Spenden heißt auch mehr Vertrauen“, rief Devrient den Mitgliedern zu.

Fraktionschef Alfred Etzrodt bilanzierte, die CDU habe im Parlament alle Sachentscheidungen getragen, auch nach Antritt des Grünen OB Michael Korwisi. Das Ziel, aus Bad Homburg eine „moderne Kurstadt mit Flair“ zu machen, sei mit Korwisi „gut gelungen“. Es bedürfe aber einer starken Fraktion, damit das so bleibe.

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