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Deponie Brandholz
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Deponie Brandholz

Deponie Brandholz

Die Wärme aus der Tiefe

Auf der ehemaligen Deponie Brandholz will der Hochtaunuskreis jetzt Strom aus Holzvergasung und Geothermie erzeugen. Biogas und Fotovoltaik gibt es schon.

Von Horst-Walter Schwager

Als Versuchsfeld für neue Formen der Energiegewinnung dient die ehemalige Mülldeponie des Kreises im Brandholz zwischen Neu-Anspach und Usingen. Nach der Fotovoltaik und der Biogas-Produktion widmet sich Geschäftsführer Markus Töpfer zurzeit der Holzvergasung und der Geothermie.

Auf zwei Hallendächern hat die Rhein-Main Deponie GmbH – ein Gemeinschaftsbetrieb des Main- und des Hochtaunuskreises – zwei Bürgersolaranlagen mit insgesamt 60 Kilowatt Leistung installiert. Aus dem vor elf Jahren abgedichteten Müllberg im Brandholz zapft das Unternehmen die Zersetzungs-Gase. Sie werden gemeinsam mit den Ausdünstungen einer mit Mais befeuerten Biogasanlage in Strom umgewandelt. Diese Anlage betreibt die Gesellschaft gemeinsam mit 35 Landwirten aus der Umgebung. Im vergangenen Herbst ließ Töpfer im Deponie- und Biogaskraftwerk einen neuen 900-Kilowatt-Motor installieren, der mit 42 Prozent einen um 13 Prozent höheren Wirkungsgrad als die älteren Aggregate hat.

Größte Anlage Hessens

Im neuen Jahr erprobt die Deponiegesellschaft das Verfahren der Holzvergasung. Voraussichtlich im April soll die größte Anlage Hessens mit 300 bis 350 Kilowatt Leistung in Betrieb gehen. In Brandholz würden künftig pro Jahr rund 4000 Tonnen Holz aus dem Wald und Abfällen ohne Entzündung auf 700 bis 900 Grad erhitzt, so Markus Töpfer. Dabei entstehen brennbare Gase: Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Kohlendioxid, Methan. Sie betreiben einen Generator zur Stromerzeugung. In dem Modellprojekt erprobt die Herstellerfirma ihre Wasserstoffmotoren.

Ein weiteres Modellprojekt ist die Geothermie. „Sie wird langfristig ein wichtiger Baustein der Energiegewinnung werden, denn sie verbraucht keine Flächen“, sagt Markus Töpfer. Für bis zu acht Millionen Euro will er an geeigneter Stelle zwei jeweils drei bis fünf Kilometer tiefe Löcher bohren. Aus einem Loch soll heißes Wasser an die Oberfläche gepumpt werden. Dort treibt es Dampfturbinen und Stromgeneratoren an. Durch das andere Loch presst man das abgekühlte Wasser wieder in die Tiefe.

Unklar ist noch, wann und wo das Geothermie-Kraftwerk entsteht. Geologisch günstiger als Brandholz wäre laut Töpfer die Deponie Wicker im hessischen Ried. Die Daten der Voruntersuchung im Main-Taunus-Gebiet liegen inzwischen vor und werden ausgewertet. Mitte des Jahres wird laut Töpfer entschieden, ob auch im Hochtaunus seismische Untersuchungen stattfinden.

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