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Die Bewohner der Häuser an der Glöcknerwiese lehnen eine Nachverdichtung ab.
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Die Bewohner der Häuser an der Glöcknerwiese lehnen eine Nachverdichtung ab.

Wohnen in Oberursel

Vonovia-Mieter kämpfen gegen Verdichtung

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Der Immobilienkonzern Vonovia will in einem Quartier in Oberursel 50 bis 60 zusätzliche Wohnungen bauen.Die Bewohner an der Glöcknerwiese fürchten um ihr Grün.

Die Anwohner machen sich Sorgen. Vor wenigen Wochen hat der Immobilienkonzern Vonovia in dem Quartier zwischen U-Bahn-Haltestelle Glöcknerwiese und Urselbach eine Reihe von Bäumen fällen lassen. Dabei sei das Grün zwischen den Siedlungsblöcken der wichtigste Wohlfühlfaktor, kritisiert Silke Mersmann. „Davon lebt die Siedlung.“

Zumal die gefällten Bäume nur der Auftakt für die geplante Nachverdichtung des Quartiers rund um Eisenhammerweg und Freiherr-vom-Stein-Straße sind. Wie eine Pressesprecherin von Vonovia mitteilt, will das Unternehmen dort insgesamt acht neue Punkthäuser mit 50 bis 60 zusätzlichen Wohnungen bauen. Damit reagiere man auch auf neue Anforderungen an das Wohnen. „Der Wunsch nach mehr Wohnfläche pro Person steigt, die Haushalte bestehen aus weniger Personen.“ Was die neuen Wohnungen einmal kosten sollen, steht noch nicht fest. Sozialwohnungen seien aber keine geplant.

Anwohner wollen mitreden

Im Zuge der Bauarbeiten sollen in den Außenanlagen neue Plätze und Spielmöglichkeiten entstehen. Dazu habe man als vorbereitende Maßnahme nun die Bäume fällen lassen, erläutert die Unternehmenssprecherin. Sie sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. 

Den Anwohnern reicht das aber nicht. Das Viertel habe jetzt schon keinen guten Ruf, schildert Patrick Jandausch, wenn auch aus seiner Sicht zu Unrecht. Falls das Quartier weiter zugebaut werde, rechnet er mit einem „steigenden Konfliktpotenzial“. Dabei gehe es auch um die Parkplätze. „Die Leute parken jetzt schon kreuz und quer.“ 

Besonders schwierig ist die Situation im nördlichen Bereich, wo die Firma Neubronner ihre Zufahrt hat. Die 40-Tonner kämen kaum durch die vollgestellten Straßen, schildert Anwohnerin Sabine Meister. Und nachts parkten manche schon in dritter Reihe. 

Um sich gegen die Pläne des Eigentümers zu wehren, haben sich 40 Mieter aus der Vonovia-Siedlung nun zu einer Bürgerinitiative zusammengetan. „Es lohnt sich, zu kämpfen!“, schreiben sie in einem Brief, in dem sie die übrigen Anwohner auffordern, sich zu beteiligen. Ziel sei, die geplante Verdichtung zu verhindern, erklärt Patrick Jandausch. Zumindest müsse sie verträglich geschehen, fordert er, „und unter Beteiligung der Anwohner“. 

Leider habe Vonovia bislang so gut wie keine Informationen geliefert, beklagt Jandausch. „Wir fühlen uns nicht als Mieter behandelt.“ Dem widerspricht die Unternehmenssprecherin. Vonovia habe die Mieter bereits in einem frühen Stadium über das Vorhaben informiert. Demnächst werde es eine weitere Veranstaltung geben. „Auf Basis des jetzigen Planungsstandes können wir nun das Projekt konkreter darstellen.“ Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. 

In Verhandlungen mit der Stadt sei vereinbart worden, dass mehr Stellplätze geschaffen werden als gemäß Stellplatzsatzung für die Neubauten erforderlich seien, teilt das Unternehmen mit. Die Stadt habe durchgesetzt, dass auch die wegfallenden Parkplätze voll ersetzt werden, ergänzt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Noch ist der städtebauliche Vertrag zwischen Vonovia und der Stadt allerdings nicht unterschrieben. Wie zu hören ist, befinden sich die Gespräche dazu aber in der Endabstimmung. 

Vonovia bewirtschaftet in Oberursel insgesamt 433 Wohnungen; in dem betreffenden Areal sind es 271. 

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