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Vogelgrippe-Fall im Opel-Zoo

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Von: Olaf Velte

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Ein Pelikan (Symbolfoto).
Ein Pelikan (Symbolfoto). © dpa

Im Opel-Zoo in Kronberg gibt es einen Vogelgrippe-Fall zu beklagen. Das Virus wird bei einem toten Pelikan nachgewiesen.

Nicht auszuschließen, dass es der erste Pelikan weltweit war, bei dem der hochansteckende Erreger festgestellt wurde. Britt Friebertshäuser, Leiterin des Veterinärwesens im Hochtaunuskreis, hat jedenfalls von einem vergleichbaren Fall bislang nichts gehört. Das Tier war am 21. November im Opel-Zoo verstorben, in den gestrigen Morgenstunden kamen die Laborergebnisse auf den Tisch. „Influenza vom Typ H5N8.“

Es ist der erste Fall von Vogelgrippe für den zwischen Kronberg und Königstein gelegenen Zoo. Dass der Betrieb im Jubiläumsjahr – vor sechs Jahrzehnten wurde das Freigehege eröffnet – erstmals für Besucher geschlossen bleibt, ist unumgänglich. Auf Grundlage der Tierseuchenverordnung, so Friebertshäuser, sei die Entscheidung vorgegeben gewesen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird der Opel-Zoo in den kommenden Tagen keine Besucher empfangen können.

Während einer am späten Dienstagnachmittag eilig anberaumten Pressekonferenz kam die weitere Vorgehensweise zur Sprache. Friebertshäuser: „Wir müssen uns einen Überblick verschaffen.“ Von allen 280 Vögel des Zoos werden Proben genommen, gestern konnte diese Arbeit zur Hälfte erledigt werden. Bis ein externes Labor das eingereichte Material analysiert hat, wird das Wochenende herangerückt sein. So sind erste Ergebnisse frühestens am Freitag oder Samstag zu erwarten.

Mit dem Auftauchen des dritten Vogelgrippe-Falles in Hessen gerät das Vorland von Frankfurt in den Fokus der Tierseuchenbekämpfer. Bei einer Telefonkonferenz zwischen den zuständigen Stellen von Land und Kreis wurde die Einrichtung von „Sperrbezirken“ und „Beobachtungsgebieten“ beschlossen. Menschen sind von dem Virus nicht bedroht, können es aber weitertragen. Deshalb haben die Behörden auch den durch das Gelände des Opel-Zoos führenden „Philosophenweg“ dicht gemacht.

Nicht unvorbereitet

Thomas Kauffels, Direktor des Freigeheges, wird mit dem Thema nicht unvorbereitet konfrontiert. Die eigenen Veterinäre hätten gut gearbeitet, sagt er. Am 16. November wurde begonnen, das zoologische Vogelvolk in separaten Ställen unterzubringen. Die großen Volieren sind jetzt geleert, kleinere Modelle abgedeckt. „Das waren für uns bittere Maßnahmen, die aber unumgänglich sind“, so Kauffels.

Der zu Tode gekommene Rosa Pelikan war bereits „aufgestallt“. Trotz des bei ihm diagnostizierten ansteckenden Erregers sind die Stallgefährten laut Kauffels allesamt wohlauf. „Eigentlich erkranken infizierte Artgenossen schnell und schwer.“ Den übrigen Vögeln gehe es aber derzeit gut.

Trotz allem ist die Situation für die Mitarbeiter des Veterinäramtes eine besondere. Andernorts müssen ganze Bestände nach Auftauchen der Krankheit vorschriftsmäßig getötet werden – bei einem Tiergehege wird davon abgesehen. Sollten hier jedoch weitere Virusfälle offenbar werden, könnten die Konsequenzen drastisch ausfallen.

Daran denkt derzeit aber niemand. Auch wenn sich H5N8 im Opel-Zoo nicht mehr zeigen sollte, ist eine weitere Abstrich-Probe innerhalb von 21 Tagen angesetzt.

Betroffen von dem infizierten Taunus-Pelikan sind auch die Geflügelbestände im gesamten Umland. Eingerichtet wurden Zonen, die Kreisgrenzen überschreiten. „Die gewerblichen Züchter“, so Friebertshäuser, „haben wir umgehend informiert.“ Laut Uwe Kraft, Erster Kreisbeigeordneter im Hochtaunus, gibt es 335 Geflügelhalter im Bezirk. Der Gesamtbestand wird auf 22 000 Tiere taxiert. Keines davon darf derzeit unter freien Himmel, die Einstallung ist vorgeschrieben, bis Entwarnung gegeben wird.

Auch der komplette Kreisbestand an Hühnern, Enten, Gänsen und anderem Federvieh soll in wenigen Tagen untersucht werden. Gewerbliche Betriebe – von denen im heimischen Geviert nur eine Handvoll praktiziert – dürfen keine Eier in Umlauf bringen. Die Jagd auf Federwild ist in diesen Virustagen untersagt.

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