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Viele lassen ihre Autos stehen

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Der erneute Wintereinbruch hat nur zu wenigen Unfällen im Schneegestöber geführt. Überlandbusse bleiben in ihren Depots. Weiteres Problem: Die Salzvorräte schwinden.

Von Julia Wacket und Klaus Nissen

Immer routinierter gehen die Bewohner des Hochtaunuskreises mit dem Phänomen des Schnee-Winters um. Obwohl in der Nacht zum Freitag überall mindestens 15 Zentimeter Neuschnee fielen, gab es im Kreisgebiet nur zwei Verkehrsunfälle auf den glatten und zugeschneiten Straßen. „Es war ruhig. Die Autofahrer sind einfach zu Hause geblieben“, sagt Michael Greulich von der Bad Homburger Polizei.

Die Saalburgchaussee musste am Abend nur kurz gesperrt werden, weil ein Auto auf der Steigungsstrecke eine Panne hatte. Und in Kronberg blieb ein Sattelschlepper im Schnee stecken, als er von der Heinrich-Winter-Straße in Richtung Frankfurter Straße abbiegen wollte.

Die Überlandbusse fuhren ab Donnerstagabend kaum noch. Am Freitag ruhte der Verkehr auf 14 Linien, meldet der Verkehrsverband Hochtaunus. Am heutigen Samstag sollen die Busse mit Einschränkungen und Verzögerungen wieder fahren. Stillgelegt bleiben nur die Linie 59 von Grävenwiesbach nach Friedrichsdorf, der Nachtbus von Bad Homburg nach Usingen und die Linie 80 von Arnoldshain über die Schmittener Ortsteile nach Falkenstein. Der Feldberg war zeitweise eingeschneit. Bei gefühlten sechs Grad Minus versagte sogar die Webcam auf der Kuppe ihren Dienst. Die Bad Homburger Stadtbusse fuhren am Donnerstag gegen 22.30 Uhr ins Depot. Die Vordertaunus-Städte mobilisierten all ihre Räum- und Streufahrzeuge. Das Personal arbeite zurzeit in Zwölf-Stunden-Schichten, berichtet Gerhard Behrens vom Bau und Service Oberursel. In Kronberg wurden gestern nun doch alle Straßen geräumt, obwohl der Magistrat eigentlich nur noch die Hauptstraßen schneefrei halten wollte. Die Salzvorräte reichen noch aus – aber nicht mehr den ganzen Winter, falls das Wetter so bleibt. „Die schon im September bestellten 200 Tonnen Nachschub sind noch immer nicht geliefert“ klagt Gerhard Behrens in Oberursel. Ärgerlich findet er auch, dass manche Privatleute und Firmen den Schnee von ihren Grundstücken einfach auf die Straße räumten. Wahrscheinlich erschwert der hohe Schnee auch die Müllabfuhr.

Wochenmarkt mit Gasbrenner

Auf dem gestrigen Wochenmarkt in der Kreisstadt ließen sich viele Händler und Kunden vom Winter nicht beeindrucken. Matthias Hofmann reiste mit seinen Rosen, Amaryllis und Kränzen problemlos aus Bad Nauheim an. Sein Verkaufszelt auf dem Marktplatz heizte er mit seinem Gasbrenner auf mollige zwölf Grad an.

Antje Farber aus der Nähe von Gießen verkaufte mitten im Homburger Schnee Eier, Wurst und Käse. Bei der Kälte fiel ihr das Anfassen der Ware schwer, obwohl sie dick angezogen war. „Viele Leute kommen bei dem Wetter erst gar nicht“, sagte die Händlerin. „Dann bleibe ich auf meinen Bestellungen sitzen.“

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