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Ärzte gibt es genug - jedenfalls im Vordertaunus.
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Ärzte gibt es genug - jedenfalls im Vordertaunus.

Hochtaunuskreis

Zu viele Ärzte – aber nur im Vordertaunus

Der Hochtaunuskreis ist mit Ärzten leicht überversorgt – das hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) errechnet. Vor allem Facharztpraxen sind aber im Kreis ungleichmäßig verteilt.

Von Desirée Brenner

Laut Landesärztekammer kommt man bei Addition der größten Gemeinden und Städte für den Vordertaunus auf 862 und für den Hintertaunus auf 88 niedergelassene, in Krankenhäusern oder im öffentlichen Dienst tätige Ärzte. Im Vordertaunus kommen 195 Menschen auf einen Arzt, im Hintertaunus steht ein Arzt für 656 Menschen zur Verfügung.

Die Allgemeinärzte sind gleichmäßiger über den Kreis verteilt: Im Vordertaunus teilen sich 1340 Menschen einen Arzt, im Hintertaunus sind es 1991 Menschen, denen ein Mediziner zur Verfügung steht. Jedoch konzentrieren sich die Ärzte sowohl im Vorder- als auch im Hintertaunus auf bestimmte Städte. So gibt es etwa in Bad Homburg 418, aber in Glashütten lediglich zwei gemeldete Ärzte. Im Hintertaunus arbeiten 43 Mediziner in Usingen, aber nur zwei in Grävenwiesbach.

Der Allgemeinmediziner Edmund Maaß betreibt eine Praxis in Weilmünster. Der 62-Jährige will demnächst aufhören, hat aber noch keinen Nachfolger gefunden. Das wundert ihn nicht: „Die junge Ärztegeneration versucht, die Selbstständigkeit zu vermeiden“, so Maaß. Er versteht das, denn als Arzt in ländlichen Gebieten gebe es viele Nachteile.

Nachfolger gesucht

Etwa der Nachtdienst, den er freiwillig mit seinen Kollegen ausführt und für den er nur dann bezahlt wird, wenn er tatsächlich einen Patienten besucht. Im Hintertaunus kennt Maaß einen Kollegen in Grävenwiesbach, der einen Nachfolger sucht und einen in Usingen. Ein Blick ins hessische Ärzteblatt bestätigt diesen Eindruck: Dort wurden in drei Monaten neun Praxen im Hochtaunus zur Besetzung ausgeschrieben. Anke Lapp, Medizinerin im Ärztehaus Rod an der Weil, kennt ebenfalls Ärzte im Hintertaunus, die einen Nachfolger suchen, will aber keine Namen nennen. Wenn ein junger Arzt auf dem Land eine Praxis gründen wolle, warte er lieber, bis sie ein halbes Jahr verwaist sei, denn bei einem Neubeginn entfalle im Unterschied zu einer Übernahme der Kaufpreis. „Ich verstehe das, niemand will sich jung verschulden“, so Lapp.

Die Patienten verteilten sich während des halben Jahres auf die überfüllten und mit ihren Budgets bereits voll ausgelasteten Kollegen. „Bei uns in Rod an der Weil ist die Lage nach meinem Gefühl noch gut, nach dem Gefühl der Patienten jedoch schlecht“, sagt Lapp. Diese hätten teils sehr weite Wege zur Arztpraxis, was besonders für alte Menschen ohne Führerschein problematisch sei. Noch schwieriger wird es für Menschen, die im Hintertaunus einen Facharzt aufsuchen wollen. Es gibt hier kaum welche.

Ein Grund für die hohe Konzentration auf den Vordertaunus könne auch die hohe Finanzkraft seiner Einwohner sein. Dies könne ein Motiv sein, dass sich die Ärzte deshalb lieber im Vordertaunus ansiedeln.

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