1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Vertikale Kopfsache an der Kletterwand

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Jürgen Heuner an der Kletterwand im Jugendzentrum E-Werk
Jürgen Heuner an der Kletterwand im Jugendzentrum E-Werk © Monika Mueller

Das E-Werk stellt seine neue Kletterwand in der Halle vor. Sie bietet für jeden den passenden Schwierigkeitsgrad. FR-Mitarbeiterin Julia Wacket hat sich umgesehen.

Von Julia Wacket

"Nimm den rechts oben“ ruft eine Stimme von unten. Meilenweit entfernt wirken die Menschen am Boden. So langsam beginnen die Hände zu zittern. Die Füße tasten ins Leere. Nie war die Sehnsucht nach einem kleinen Stein, ein bisschen Sicherheit, größer.

Für alle Adrenalinjunkies und Waghalsige bietet das E-Werk eine neue Attraktion. 12 Meter hoch und 120 Quadratmeter groß ist die neue Kletterwand. „Der Bedarf ist da, die Schulklassen rennen uns das Haus sein“, sagt der Leiter des E-Werks, Dirk Piatkowski. Erstmals benutzt wurde sie am Mittwoch Abend. In der für 42 000 Euro renovierten Mehrzweckhalle kann man aber nicht nur klettern, sondern auch Theater spielen, essen und vieles mehr.

Klettern kann an der neuen Wand jeder. 17 Routen, die noch auf 20 erweitert werden solllen, liefern für jeden den passenden Schwierigkeitsgerad. „Sowohl der Profi vom Alpenverein, als auch der Neunjährige mit 20 Kilo Übergewicht findet hier seine passende Strecke“, sagt der stellvertretende Einrichtungsleiter Markus Pappert. Neu ist, dass die Wand „vorstiegtauglich“ ist: So bezeichnen Alpinisten die anspruchsvolle Variante gesicherten Kletterns.

Entstanden ist das neue Konzept der Spielhalle bereits vor zwei Jahren. Damals stand dort nur eine reine Sporthalle, die Wände grau, die Tribüne alt. Architektin Barbara Schöner passte die Halle an das Konzept des E-Werks an: Sportlich, aber auch gesellig. Die Halle ist in sanftes Licht getaucht, braune Tische laden zum Spielen und gemütlichen Zusammensitzen ein. Hinten an der Wand wird geklettert.

Das Innere der Halle ist wandlungsfähig: Die Tribüne kann weggeklappt, ein Vorhang vor die Kletterwand gezogen werden. So bekommen auch Theateraufführungen eine entsprechende Atmosphäre. „Wir haben es geschafft, zwei scheinbar verschiedene Nutzungen in ein Konzept zu bringen“, erklärt Piatkowski. Komplett fertig wird die Halle im Sommer 2011 sein. Dann soll es auch noch eine Hochseiltraverse geben.

Kerstin Hartmann ist schon jetzt zufrieden. An der neuen Wand gefällt der Schülerin besonders das Vorstiegklettern. Angefangen hat die 15-Jährige vor fünf Jahren. Das Probeklettern gefiel ihr so gut, dass sie weitermachen wollte. „Klettern ist einfach ein Erfolgserlebnis. Wenn man aus der Höhe nach unten schaut, vergisst man alles um sich herum. Da können die Arme noch so weh tun“, sagt sie. Markus Pappert ist Kletterprofi. Sein Tipp: lieber mal im Seil zurücklehnen, ausruhen, nachdenken. Klettern ist eben doch zu 90 Prozent Kopfsache.

Auch interessant

Kommentare