Hochtaunus

Versorgung mit Trinkwasser gesichert

  • vonSabine Munstermann
    schließen

Neuer Liefervertrag für die Vordertaunus-Kommunen geschlossen.

Noch sieht die Lage im Hochtaunus entspannt aus: Die Trinkwasser-Ampeln in Oberursel oder auch Kronberg stehen auf Grün. Das bedeutet, dass der aktuelle Trinkwasserverbrauch unterhalb des Tagesspitzenverbrauchs liegt und durch die eigene Trinkwassergewinnung sowie Fremdwasserbezug über den Wasserbeschaffungsverband Taunus sichergestellt ist. Damit dies so bleibt, haben der Wasserbeschaffungsverband Taunus (WBV) und die Hessenwasser GmbH & Co. KG einen neuen Wasserlieferungsvertrag geschlossen.

Unterzeichnet wurde er gestern vom WBV-Verbandsvorsteher, Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), Vize-Verbandsvorsteher Ralf Schroedter, der auch Leiter der Stadtwerke Bad Homburg ist, Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat und ihrem Stellvertreter Peter Stiens. Hessenwasser wurde 2001 durch den Zusammenschluss der Wassersparten der Mainova, der Südhessischen Gas und Wasser AG (heute Entega AG) und den Riedwerken Kreis Groß-Gerau gebildet und ist verantwortlich für die Trinkwasserbereitstellung für rund 2,4 Millionen Menschen im Ballungsraum Rhein-Main. In die Kommunen des Wasserverbandes Taunus gibt Hessenwasser jährlich 2,9 Millionen Kubikmeter Trinkwasser ab. Die Bereitstellung erfolgt auch künftig an der Übergabestelle „Lange Meile“ in Bad Homburg sowie am Hochbehälter „Praunheim“ nahe Steinbach.

Vertragliche Beziehungen zwischen dem WBV und Hessenwasser bestehen seit zehn Jahren. Mit der Fortsetzung der Lieferbeziehungen könnten die Mitglieder die lokal begrenzten Gewinnungs-Kapazitäten über die Zusatzwasserlieferung von Hessenwasser ausgleichen, betonte Brum. Das sei wichtig für die sichere Wasserversorgung im Vordertaunus. Vor allem derzeit, da wegen Corona viele Bürger daheim blieben und so mancher sich einen Pool in den Garten gestellt hätte, sagten auch Brums Stellvertreter Ralf Schroedter als Leiter der Stadtwerke Bad Homburg und Dieter Gredig, technischer Leiter der Stadtwerke Oberursel. Hinzu komme, so Brum, dass der Klimawandel die Grundwasserneubildung erschwere.

Gredig erklärte, dass sich die Wasserverbrauchs-Spitzenlast in die Abendstunden verschiebe, weil „die Leute tagsüber den Garten genießen und abends die Beregnungsanlage anschalten“. Deswegen sei es wichtig, betonten alle, das Lastenmanagement zu optimieren, das heißt auch für große Verbrauchsmengen zu bestimmten Tageszeiten gerüstet zu sein und stets genügend Wasser in den Behältern zu haben.

Um das von den Kommunen angeforderte Wasser immer liefern zu können, hat Hessenwasser in einen ersten Abschnitt der sogenannten Riedleitung investiert, die Trinkwasser aus dem Hessischen Ried bis in die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main transportiert. Geschäftsführerin Jreisat ist zuversichtlich, „dass wir auch den zweiten Abschnitt bauen dürfen und werden“. Sie fügt hinzu: „Aber auch die Kommunen müssen in Trinkwasseranlagen investieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare