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Vernetzte Umweltpaten

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Mitglieder des Geflügelzuchtvereins in Weißkirchen putzen städtisches Gelände
Mitglieder des Geflügelzuchtvereins in Weißkirchen putzen städtisches Gelände © Renate Hoyer

Sie reinigen den Urselbach, säubern Plätze, kehren Fußwege und Bürgersteige: Organisierte Reinigungstrupps sollen die Brunnenstadt zum Glänzen bringen

Wer hätte das gedacht, es gibt sie längst. Vereine, Schulen, Kindergärten und Parteien kümmern sich als Umweltpaten um Teilbereiche der Stadt. Entlasten in ehrenamtlicher Arbeit die städtischen Reinigungstrupps und tragen zum gepflegtem Stadtbild bei. Sie reinigen den Urselbach, säubern Plätze, kehren Fußwege und Bürgersteige. Ein paar Dutzend solcher Patenschaften gibt es bereits, doch ihre Initiatoren arbeiten jeder für sich, unabhängig voneinander und wissen nicht unbedingt von den Aktivitäten der anderen.

Vernetzung, das Zauberwort der Moderne, ist bei den vielen Umweltpaten noch nicht so präsent, wie es für eine effektivere Arbeit sein könnte. Das zu ändern, ist Horst Siegemund angetreten, Mitinitiator der Umweltpaten Schmitten und nach einigen Jahrzehnten in der Feldberg-Gemeinde vor ein paar Jahren wieder zurückgekehrt nach Oberursel. Nach Schmittener Modell, so die Idee, könnte auch in Oberursel eine Umweltpatenschaftsorganisation aufgebaut werden, in die alle wichtigen gesellschaftlichen Kräfte eingebunden sind. Erste Regel: „Der Bürgermeister muss dafür sein, eine breite Basis dahinter stehen, alle Parteien, Schulen und Verbände eingebunden werden“, so Siegemund bei der Vorstellung des Projekts.

„Stabile Strukturen, das wäre schön“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) passend bei der Info-Veranstaltung, zu der ein knappes Dutzend Bürger gekommen sind, die sich nach und nach als Mitstreiter bereits bestehender Patengruppen outen. Aber meist nicht wissen, was die anderen tun. Da kann es passieren, dass der Urselbach an manchen Stellen doppelt gereinigt wird, an anderen unberührt von den freiwilligen Saubermachern bleibt. „Wir wollen neue Kräfte werben und die Koordination mit dem Bau & Service (BSO) verbessern“, sagt Gabriela Wölki, die im Rathaus mit Carmen Moll die Fäden ziehen soll.

In Schmitten hat die Organisation UMPAS (Umweltpaten Schmitten) die Arbeit straff organisiert und die Bürokratie knapp gehalten. Geld von der Stadt wird nicht verlangt, allenfalls logistische Hilfe beim Abtransport von Müll. Die Betreuung der Patenschaften soll einfach sein und wenig Zeit kosten. Fähnchen auf der Karte der Großgemeinde zeigen, wo die inzwischen 85 Paten aktiv sind. Vierteljährlich werden Sitzungen mit wechselnder Leitung anberaumt, die Vorgabe „3 x 1“ ist straff: Maximal eine Stunde Sitzung, maximal eine Seite Protokoll, maximal eine Woche bis zur Information aller Partner. „Ein Selbstläufer“ nennt Siegemund das Schmittener Modell.

So soll das demnächst in Oberursel sein, damit aus sporadischen Einsätzen eine verbindlich organisierte Gemeinschaft wird, die das große Ganze im Griff hat. Mit vielen Fähnchen auf der Stadtkarte mit ihren fünf Teilkreisen – der Innenstadt und den vier Stadtteilen. Zunächst werden Hinweise auf kritische Punkte gesammelt, dann die Patenschaften besetzt und schließlich gearbeitet. Zielorientiert. So einfach ist das, würde Horst Siegemund sagen.( jüs)

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