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Die Busse sollen näher an den Bahnhof rücken.

Stadtzentrum Oberursel

Verkehrsumbau soll Oberursels Innenstadt entlasten

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Das Planungsverfahren für das Areal rund um den Bahnhof in Oberursel kann beginnen. Ziel ist ein „Durchstich“ zur Umgehungsstraße.

Es ist ein Vorhaben, das für eine grundlegende Neuordnung des Verkehrs in der Oberurseler Innenstadt sorgen soll – und das die Politik seit Jahrzehnten beschäftigt. Mit einer direkten Verbindung der am Bahnhof vorbeiführenden Nassauer Straße zur sogenannten Weingärtenumgehung hoffen die Verantwortlichen, einen erheblichen Teil des Durchgangsverkehrs aus dem Stadtzentrum heraushalten zu können. Der städtische Verkehrsplaner Uli Molter geht davon aus, dass die derzeit täglich rund 14 000 Fahrzeuge auf der Oberhöchstädter Straße um die Hälfte reduziert werden können.

Das Stadtparlament hat dafür am Donnerstagabend einen wichtigen Beschluss gefasst. Einstimmig und ohne weitere Aussprache haben die Stadtverordneten grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans gegeben, der zunächst den westlichen Bereich entlang der Nassauer Straße zwischen Bahnhof und Umgehungsstraße in den Blick nimmt. Der östliche Teil Richtung Bad Homburg könnte im ersten Halbjahr 2020 folgen, hofft Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD).

Parallel zur Verkehrsplanung am Bahnhof betreibt die Stadt ein Bebauungsplanverfahren für einen Wohn- und Geschäftskomplex zwischen den S- und U-Bahngleisen.

Das Unternehmen Wilma Wohnen will auf dem 5900 Quadratmeter großen „Gleisdreieck“ etwa 60 Wohnungen bauen.

Entstehen sollen sie in fünf quer zu den Gleisen angeordneten Einzelgebäuden. Im westlichen Bereich des Grundstücks ist eine große Freifläche vorgesehen.

Die kommunale Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Sewo) hat das Areal für 4,2 Millionen Euro verkauft. twe

Von der Adenauerallee aus solle die Nassauer Straße bis zu dem geplanten Durchstich auf die Umgehungsstraße „abtauchen“, erklärt Uli Molter, ähnlich wie die U-Bahn. Als Lärmschutz ist eine schallschluckende Stützmauer geplant. „Aber keine drei Meter hohe Wand.“ Auf der zweispurigen Straße sollen ausschließlich Autos rollen, für Radler und Fußgänger werde eine parallel verlaufende Trasse geschaffen. Die Zufahrt zur Weingärtenumgehung soll durch eine Ampelkreuzung geregelt werden. Bislang war dort ein Kreisel vorgesehen.

Aber auch auf den umliegenden Straßen sowie rund um den Bahnhof soll sich einiges ändern. Von Linden- und Aumühlenstraße werde es keine Zufahrt zur Nassauer Straße mehr geben, um das Wohngebiet vom Durchgangsverkehr freizuhalten, sagte Molter. Ebenfalls für Autos geschlossen werden soll der Bahnübergang an der Adenauerstraße, dessen Schranken ohnehin häufig unten sind.

Den Busbahnhof möchten die städtischen Planer gerne näher an das Bahnhofsgebäude rücken, derzeit halten die Busse direkt an der Nassauer Straße. Auf dem heutigen Park-and-Ride-Platz ist ein Parkhaus geplant, in dem auch genug Platz für Fahrräder sein soll. Molter schwebt zudem ein Mobilitätspunkt mit Carsharing, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge sowie Fahrrad- und Autoverleih vor.

Dass der westliche Teil des Bahnhofsareals bei der Planung vorgezogen wird, hat mit dem schon begonnenen Verfahren für das sogenannte Gleisdreieck zu tun (siehe Info-Box). So will man rechtliche Probleme vermeiden und verhindern, dass sich beide Vorhaben gegenseitig in die Quere kommen.

Ohnehin muss sich die Stadt schon mit dem Widerstand von Anwohnern auseinandersetzen, die eine Zunahme von Lärm und Abgasen fürchten. Die Stadt werde sich bemühen, ihnen entgegenzukommen, sagt Rathauschef Brum zu. Es werde in jedem Fall einen Bürgerdialog geben.

Noch im Dezember soll ein Verkehrsmodell vorliegen, das als Basis für die weitere Planung dienen soll. Bis die Bagger rollen, wird es aber noch eine Weile dauern. Uli Molter rechnet bei optimalem Verlauf mit drei bis vier Jahren. So ist etwa die zentrale Frage der Finanzierung noch ungeklärt.

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