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10 000 Verkehrssünder ertappt

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Frankfurter Landstraße / Kurmainzer Straße: Dem Blitzer entgeht hier nichts.
Frankfurter Landstraße / Kurmainzer Straße: Dem Blitzer entgeht hier nichts. © Michael Schick

Fester Blitzer an der Frankfurter Landstraße ist ein Erfolg für die Stadt.

Wer an der Frankfurter Landstraße in Weißkirchen zu schnell fährt, bleibt nicht unentdeckt. Seit März steht dort, wie berichtet, ein fest installierter Blitzer. Er hat beide Fahrtrichtungen im Blick. Dass in den einschlägigen Foren und Netzwerken vor der Anlage gewarnt worden ist, tat ihrem Erfolg wohl keinen Abbruch.

Exakt 9779-mal haben die unscheinbaren grauen Säulen von der Inbetriebnahme im März bis Ende Juli schon Verkehrssünder erwischt, in 573 Fällen handelte es sich um Rotlichtverstöße. Die restlichen Fälle seien Geschwindigkeitsübertretungen, sagt Ordnungsdezernent Thorsten Schorr (CDU). Er hatte vor der Aufstellung für die Anlage geworben. Ihm, der zugleich Stadtkämmerer ist, ist es nun aber wichtig zu betonen, dass es hier nicht um „Abzocke“ gehe. Vielmehr handele es sich bei dem Teilstück der Frankfurter Landstraße um einen Unfallschwerpunkt, an dem eine Überwachungsanlage zur Vorbeugung sinnvoll sein könne.

80 000 Euro bleiben bei der Stadt

„Es gibt eingehende Prüfungen möglicher Standorte für Blitzer im Vorhinein“, sagt Schorr der FR. Und nur an dieser Stelle seien die entsprechenden Kriterien gegeben. Insofern sei stets sichergestellt, dass eine fest installierte Blitzeranlage zur Verkehrssicherheit beitrage und nie als reine Einnahmequelle einer Kommune diene. Auch wenn das einige Autofahrer anders sehen mögen. Für Ärger hatten die Säulen insbesondere in den Wochen nach ihrer Aufstellung gesorgt. Denn offenbar waren seinerzeit mehrere Verkehrsteilnehmer zu Unrecht geblitzt worden.

Zudem hatten Testaufnahmen zur Kontrolle der Anlage zusätzlich Verwirrung gestiftet. Ein wahres „Blitzlichtgewitter“ war mitunter zu beobachten, inzwischen aber läuft der Betrieb der Anlage normal. Zweifelsohne hat sich die Anlage für die Stadt Oberursel ausgezahlt. Thorsten Schorr schätzt, dass bei der Stadtverwaltung nach jetzigem Stand Einnahmen von etwa 80 000 Euro hängenbleiben dürften.

Abgezogen sind da bereits die Fallpauschalen, die die Kommune bei jedem ertappten Verkehrssünder an den privaten Aufsteller der Anlage abführt. Von diesem Unternehmen, der Gatso Deutschland GmbH, hat die Stadt Oberursel die technische Ausstattung geleast. Die Anlage zahlt sich also quasi selber ab, solange genügend Autofahrer gegen die Regeln verstoßen. Es ist ein Finanzierungsmodell, das bei Städten und Gemeinden bundesweit in Mode gekommen ist, zumal eine einzige moderne Radarfalle gut und gerne 400 000 Euro kosten kann.

Neben der fest installierten Anlage gibt es übrigens auch noch die mobilen Blitzanlagen der Ordnungspolizei. Insofern ist es ratsam, überall das Tempolimit im Blick zu haben.

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