Idyll an Verkehrsachse: Russische Kapelle an der Promenade.
+
Idyll an Verkehrsachse: Russische Kapelle an der Promenade.

Kurstadt Bad Homburg

Verkehr setzt dem Kurort-Titel zu

Die Luftqualität in Bad Homburg nimmt stetig ab. Das könnte den Kurort seinen Bad-Titel kosten. Schuld sind die Abgaswerte. Die Stadtverwaltung diskutiert über bessere Luft und weniger Autolärm im Kurpark.

Muss Bad Homburg die Straßen rund um den Kurpark sperren, um seinen Status als Kurstadt zu erhalten? Gerade feierte Bad Homburg das 100-Jahre-Bad-Jubiläum. Damit die Stadt den Titel als Kurstadt behält, gelten strengere Regeln, was die Luftqualität, vor allem im Kurpark, betrifft. Und die hat einen kritischen Wert erreicht – nimmt die Luftqualität weiter ab, ist der Bad-Titel in Gefahr.

„Die Luft ist auf jeden Fall nicht mehr so, wie sie in einem Kurpark sein sollte“, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne). Ein Teil des Problems seien die Abgaswerte rund um den Kurpark. „Das ist eben ein Durchgangsviertel“, so Korwisi über die Kaiser-Friedrich-Promenade. Aber es geht auch um andere Straßen wie den Paul-Ehrlich-Weg auf der nordöstlichen Seite des Kurparks, die Kisseleffstraße durch den Kurpark oder die Augustaallee östlich des Kurparks. Und es geht um Lärm: Viele Autos sind im eigentlich zur Erholung gedachten Kurpark eine Belästigung.

Verkehrsberuhigung

„Wir diskutieren derzeit erste Entwürfe innerhalb der Verwaltung“, sagt Korwisi. „Konkret gibt es noch nichts.“ Ein Rückbau der Straßen würde den Kurbezirk aufbauen, so der Grünen-Politiker. Da sich Bad Homburg derzeit auch um die Aufnahme in der Gruppe „Greatest Spas of Europe“ bewirbt, die den Weltkulturerbe-Titel anstrebt, will sie das Projekt Verkehrsberuhigung in der Promenade bald angehen, so Korwisi.

Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) sprach bereits davon, dass die Promenade womöglich ganz für den Verkehr gesperrt werden müsse. „Das wird eine spannende Diskussion mit den Bürgern“, sagte sie, „aber wir müssen unser Potenzial schützen.“ Korwisi sprach davon, das Erbe zu beschützen.

Keine Angst vor weniger Besuchern

„Ökologisch finden wir es richtig, den Verkehr zu beruhigen“, sagt Christiane Bender, Verwaltungsleiterin der Taunus-Therme, die am Rande des Kurparks liegt. „Wir sind selbst ein Gesundheitsbad, und ich glaube, der Zusatz Bad im Stadtnamen ist wichtig.“ Sie befürchtet keinen Besucherverlust durch weitere Einschränkungen – derzeit ist die Promenade auf einem Teilstück schon Einbahnstraße. „Im Prinzip tangiert uns das nicht. Die meisten Gäste kommen von der Autobahn und fahren über den Europakreisel und die Friesenstraße“, sagt Bender. Die Bad Homburger Gäste könnten den Hessenring nutzen, „da ist es ohnehin schöner zu fahren.“

Von einer Änderung betroffen wäre der Verkehr zum Amtsgericht sowie zur Kaiserin-Friedrich-Schule auf der Steinkaut nördlich des Kurparks. Menschen mit diesem Ziel müssten dann einige Minuten mehr einplanen und um den Kurpark herumfahren statt daran entlang. (msk.)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare