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Verfolgungsjagd mit 160 km/h

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Ein Usinger, der mit 160 Stundenkilometern durch seine Heimatstadt gerast ist, wird zu einem Jahr Haft verurteilt. Bei seiner Festnahme hatte er Polizisten mit dem Tode bedroht.

Von Ingo Schubart

Mit bis zu 160 Stundenkilometern ist ein Usinger bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei im Auto seiner Mutter durch seine Heimatstadt gerast. Nun musste sich der 28 Jahre alte Mann in Bad Homburg vor Gericht für die wilde Fahrt im Mai vergangenen Jahres verantworten. Nach einem Disko-Besuch in Gießen fuhr der Mann alkoholisiert und stand zudem unter dem Einfluss von Drogen, wie die Polizei feststellte. Er war außerdem nicht im Besitz eines Führerscheins.

Die Usinger Beamten, die das Fahrzeug kannten, wollten den Fahrer gegen vier Uhr morgens kontrollieren. Daraufhin kam es zu der Verfolgungsjagd, die in einer Sackgasse ihr Ende nahm. Der Mann ließ sich zunächst noch aus dem Auto fallen, um die Polizei so über die Identität des Fahrers zu täuschen: In dem Auto saßen noch drei andere Personen. Die Polizisten, die den Angeklagten festnahmen, wurden von ihm mit dem Tode bedroht. Auch nach zwei Stunden in der Gewahrsamszelle setzte der Mann seine Beleidigungen fort.

Im Ergebnis verhängte Strafrichter Martin Gierke gegen den vielfach vorbestraften Mann eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Ohne Bewährung. „Das Stichwort dieser Straftat ist ‚egal‘“, sagte Richter Martin Gierke in der Urteilsbegründung, um das hemmungslose Verhalten des Usingers zu erklären. Egal, ob er einen Führerschein besitze, egal ob mit oder ohne Alkohol, egal, ob es für die eigene Mutter Probleme gebe, wenn der Sohn „wie eine gesengte Sau“ mit ihrem Auto unterwegs sei.

Selbst zwei Stunden in Polizeigewahrsam hätten den Mann nicht zur Räson gebracht. Reinhard Dettmeyer, Gutachter beim Rechtsmedizinischen Institut Gießen attestierte dem 26-jährigen sogar „exzellente Fahrkünste“ angesichts seiner starken Alkoholisierung und betonte, dass eine Schuldminderung nicht im Ansatz in Betracht komme.

Vielmehr sei es der Persönlichkeit des Mannes geschuldet, dass er das Gesetz nicht respektiere. In die gleiche Kerbe schlug auch ein Oberkommissar, dem das Gericht 1000 Euro Schmerzensgeld wegen der Beleidigungen zuerkannte. Er sagte, dass er den Straftäter, mit dem er öfter zu tun gehabt habe, für unbelehrbar halte.

So stand auch nicht zur Debatte, ob die von Oberamtsanwältin Ilona Witka geforderte Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Auch wenn Verteidiger Ulrich Schmid das Geständnis des Mannes als strafmildernd zu werten suchte. Vergeblich, seine Vergehen war dem Mann ohnehin leicht nachzuweisen, so der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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