+
Wolfgang Heins ist ist stellvertretender Sprecher des BUND Kreisverbandes Hochtaunus.

Interview mit BUND-Vize

"Verdummung der Verbraucher"

Der BUND Hochtaunus kritisiert Schau der Süwag über Wärmepumpen. Warum, erklärt Vize-Sprecher Wolfgang Heins im FR-Interview.

Herr Heins, warum kritisiert der BUND die Süwag-Schau "Wärmepumpe - die Sonnenheizung" am vergangenen Wochenende in Oberursel als Irreführung der Verbraucher?

Die Vorstellung hier, man könne mit der Sonne heizen, ist in den Augen des BUND eine Verdummung der Verbraucher. Wärmepumpen sind sicherlich gut geeignet, um den Stromverkauf zu erhöhen, aber man sollte dies nicht mit dem Klimaschutzargument tun.

Ist es kein Umweltschutz, mit wenig Energie Wärme aus der Erdtiefe in Gebäude zu befördern?

Diese Rechnung geht bei einem Passivhaus mit Niedrigtemperaturheizkörper wie bei einer Fußbodenheizung auf, nicht aber bei einem konventionell gebauten Gebäude mit Wandheizkörpern.

Aus welchem Grund?

Eine Heizung mit Wärmepumpen ist nur sinnvoll, wenn eine möglichst geringe Temperaturerhöhung erreicht werden muss. Zur Warmwassererzeugung taugt das System deshalb kaum. Um eine Kilowattstunde Strom zu produzieren werden etwa drei Kilowattstunden Kohle benötigt. Wenn mit einer Kilowattstunde Strom nur drei Kilowattstunden Wärme bereitgestellt werden, kann man gleich mit Kohle heizen.

Wie sieht die Umweltbilanz für Wärmepumpen insgesamt aus?

Nur im Passivhaus produziert diese Technik weniger CO2. Die Süwag verschweigt zudem, dass ihr Strom zu 63 Prozent aus fossilen Brennstoffen und zu 19 Prozent aus Atomenergie gewonnen wird. Die vermehrte Nutzung von Wärmepumpen bedeutet also keine Klimaentlastung.

Interview: Detlef Sundermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare