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Väter wollen Gerechtigkeit für ihre Töchter

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Die Bad Homburger Frauenbeauftragte Pilgrim geht am “equal pay day“ mit anderen Frauen für gleiche Bezahlung auf die Straße. Rote Taschen haben sie dabei.

Die Bad Homburger Frauenbeauftragte Pilgrim geht am “equal pay day“ mit anderen Frauen für gleiche Bezahlung auf die Straße. Rote Taschen haben sie dabei.

Das Netzwerk der Bad Homburger Frauenvereine und Organisationen war gestern in der Fußgängerzone, um am bundesweiten “equal pay day“ auf die schlechtere Bezahlung von Frauen aufmerksam zu machen.

Hatten Sie die roten Taschen auch dabei?

Aber sicher, die Taschen sind ja das Symbol für die roten Zahlen im Geldbeutel der Frauen.

Was haben Sie in der Fußgängerzone gemacht?

Mit den Leuten diskutiert, auf uns und das Thema aufmerksam gemacht.

Wie haben die Leute reagiert?

Vor allem Mütter mit Kindern waren naturgemäß sehr aufgeschlossen, schließlich ist denen klar, dass mit Familie und Teilzeitarbeit der Karriereknick drohen kann.

Und was sagen die Männer?

Auch die waren offen und fanden ungleiche Bezahlung ungerecht. Manche haben uns von ihren Töchtern erzählt, die eine gute Ausbildung hätten und für die sie sich natürlich eine faire Bezahlung wünschen. Ein Mann sagte: „Wenn ihr uns nichts wegnehmt, sind wir dafür“, er meinte das aber im Scherz.

Trotzdem lässt dieser Satz doch tief blicken.

Ja natürlich, wenige Männer wollen auf etwas, das sie haben, wieder verzichten. Aber ein geringerer Lohn und weniger Anerkennung trifft ja auch die Männer, die in Teilzeit arbeiten.

Wo werden die Frauen in Bad Homburg schlechter bezahlt?

Wie überall, in den „Frauenberufen“, den Pflegeberufen, in den Erziehungsberufen. Hier müsste es auf politischer Ebene eine gleichwertige Beurteilung von verschiedenen Berufen geben. Ein Mechatroniker lernt 3,5 Jahre, eine Erzieherin fünf Jahre.

Was könnten die hiesigen Unternehmen tun?

Sich mehr in der Infrastruktur der Kinderbetreuung engagieren.

Und die Kommunalpolitiker?

Sie können das veränderte Rollenbild weiterreichen und ein öffentliches Bewusstsein dafür schaffen, dass die Familienarbeit nicht zum Karriereknick führen darf.

Das Gespräch führte Andrea Herzig

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