Hochtaunus

S5 nach Usingen verspätet sich

  • vonMatthias Pieren
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Die Verlängerung der S-Bahn-Linie S5 nach Usingen lässt weiter auf sich warten. Die Genehmigung zur Elektrifizierung der Strecke verzögert sich durch die Corona-Pandemie.

Die Verlängerung der S-Bahn-Linie S5 nach Usingen lässt noch länger auf sich warten. Der geplante Betriebsstart zum Fahrplanwechsel 2022/2023 sei nicht zu halten, bestätigte der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) als Eigentümer der Taunusbahn auf Anfrage.

„Aufgrund der allgemeinen Corona-Lage wird es vermutlich Verzögerungen bei der Elektrifizierung der Taunusbahn geben“, erklärte Andrea Herzig, Pressesprecherin des Hochtaunuskreises. „Der VHT geht im Moment davon aus, dass der bislang vorgesehene Zeitplan nicht eingehalten werden kann.“

Um neue Termine bekanntzugeben, sei es zu früh. Leider, so Herzig, sei auch die Eisenbahnbranche von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Wie bei allen Infrastrukturprojekten, die bundesweit vorangetrieben würden, hätten sich Prozesse verlangsamt. Schon die für das 57,5-Millionen-Euro-Projekt erarbeiteten Planungsunterlagen wurden von Landrat Ulrich Krebs (CDU) und VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld Ende Februar dieses Jahres mit mehrmonatiger Verspätung gegenüber dem vorgesehenen Zeitplan beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eingereicht.

Dann kam der Lockdown. Man wisse nicht, wie sich die Corona-Lage in den kommenden Monaten auf die Zusammenarbeit mit Behörden und Firmen auswirken werde, konstatierte Herzig.

Zwar haben dort, wo die Bahnstrecke zwischen Wehrheim und Lochmühle/Saalburg zweigleisig ausgebaut wird, die nicht genehmigungspflichtigen Vorarbeiten bereits begonnen. Doch ohne das Okay des RP können die für die Elektrifizierung der Taunusbahn benötigten 500 Strommasten und die Oberleitung für die S-Bahn wie auch der zweigleisige Ausbau in Wehrheim und alle anderen baulichen Maßnahmen nicht beginnen.

Übergangslösungen nötig

Für den RMV ist das eine Hiobsbotschaft. „Uns ist daran gelegen, die Betriebsaufnahme der S5 nach Usingen, die Verlängerung der Regionalbahn RB 16 von Friedberg über Friedrichsdorf nach Bad Homburg und das neue Fahrplankonzept der S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 koordiniert umzusetzen“, teilt dazu RMV-Pressesprecherin Vanessa Rehermann auf Anfrage mit.

Sollte es zu zeitlichen Verschiebungen bei einzelnen Vorhaben kommen – wie es nun bei der Verlängerung der S5 bis Usingen der Fall sein wird -, könnten im Bedarfsfall kurzzeitige Übergangslösungen erforderlich werden. Der Hintergrund: Zeitgleich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 sollte auch der erste Abschnitt des vierspurigen Ausbaus der Main-Weser-Bahn abgeschlossen sein. Die S-Bahnen der Linie S6 sollen dann zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel auf zwei eigenen Gleisen pünktlicher fahren. Das ist notwendig, weil das neue Fahrplankonzept des RMV vorsieht, die einzelnen S-Bahn-Züge als S5 von Usingen über Bad Homburg nach Frankfurt-Süd und von dort als S6 über Bad Vilbel nach Friedberg und wieder zurück fahren zu lassen.

Dieser Wechsel-Einsatz der Züge kann nun aber nicht wie geplant ab dem Fahrplanwechsel 2022/2023 erfolgen, weil Usingen noch nicht elektrifiziert sein wird. In einem Rundfunk-Interview anlässlich des 25. Geburtstages des Verkehrsverbundes hatte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat hingegen kürzlich gesagt, dass die im vergangenen Jahr für den Einsatz im Taunus bestellten Wasserstoff-Züge pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 ausgeliefert werden. Wo und wie die Züge mit Brennstoffzellen-Antrieb dann aber eingesetzt werden, wird sich zeigen.

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