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Unter Strom bis Usingen

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Die Erfolgsstory Taunusbahn soll mit der Elektrifizierung fortgeschrieben werden.
Die Erfolgsstory Taunusbahn soll mit der Elektrifizierung fortgeschrieben werden. © Michael Schick

Die Taunusbahn soll elektrifiziert werden und die Region noch deutlich enger als bisher an Frankfurt anbinden. Die Zeit drängt. Eine schnelle Entscheidung muss her.

Es ist für ihn, das hat Landrat Ulrich Krebs schon mehr als einmal deutlich gemacht, eine echte Herzensangelegenheit: Die Elektrifizierung der Taunusbahn bis ins Usinger Land. Sie soll die Region noch deutlich enger als bisher an Frankfurt anbinden als die Dieselzüge, die bisher als bloße Zubringer zur S-Bahn fungieren. Ohne Umsteigen könnten Passagiere künftig bis in die Innenstadt fahren. Nachdem die Verbandsversammlung der Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) das Vorhaben beschlossen hat, fehlt nun noch ein positiver Beschluss des Kreistages. Am 11. Mai soll über die Vorlage abgestimmt werden.

Grävenwiesbach bliebe zunächst aber außen vor: In einem ersten Schritt soll bei dem Vorhaben zunächst nur die rund 18 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Friedrichsdorf und Usingen elektrifiziert, also mit Oberleitungen ausgestattet werden. In der Grävenwiesbacher Gemeindevertretung bedauert man, dass die weiteren neun Kilometer vorerst ohne Strom bleiben sollen, auch wenn absehbar weniger Fahrgäste auf diesem Streckenabschnitt unterwegs sein würden. Die Gemeinde könnte „abgehängt“ werden. So fordern die Fraktionen in einer gemeinsamen Resolution einen verbindlichen Zeitplan, der die 5000-Einwohner-Gemeinde mit einschließen soll.

Den gibt es bisher nicht, doch im Landratsamt versucht man zu besänftigen: Durch eine Vereinbarung mit dem Land Hessen habe man die Möglichkeit geschaffen, dass eine Elektrifizierung von Usingen bis ins knapp zehn Kilometer entfernte Grävenwiesbach in einem zweiten Schritt umgesetzt werden könne.

Unter Zeitdruck

Für eine schnelle Entscheidung gibt es so oder so Zeitdruck: Die Ausschreibung des Taunus-Netzes ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 vorgesehen. Rund vier Jahre Vorlaufzeit muss dem Rhein-Main-Verkehrsverbund gelassen werden, um sich mit passenden Fahrzeugen auszustatten, für die längere Lieferfristen gelten. Es eilt also mit dem Grundsatzbeschluss für ein neues Betriebskonzept – sonst werden wieder Dieseltriebzüge bestellt, aus Sicht des Landrates wäre eine große Chance für die Region auf Jahrzehnte vertan. In den Augen von Landrat Ulrich Krebs (CDU) ist der bestehende Fahrplan für die Elektrifizierung bis Usingen „ambitioniert, aber umsetzbar“.

Teil des neuen Betriebskonzeptes ist ein 30-Minuten-Takt von Usingen über Bad Homburg bis ins Frankfurter Zentrum. Zwischen Brandoberndorf und Usingen sollen Dieseltriebzüge für den Anschluss an die elektrifizierte S-Bahn-Strecke sorgen. In der Hauptverkehrszeit sollen weiterhin Züge von Brandoberndorf bis nach Frankfurt fahren.

Nach Angaben des Landratsamtes wäre ein Großteil der Investitionskosten förderfähig – etwa 18 Millionen Euro könnten über Zuschüsse generiert werden. Ein Großteil der Kosten für Leitungen und Signaltechnik wäre damit zu finanzieren. Der Eigenanteil, der dann noch vom Verkehrsverband Hochtaunus zu tragen wäre, beliefe sich auf 5,6 Millionen Euro. Hinzu kämen die Kosten für die Planung des Projektes. Sie sind nicht förderfähig.

Gewinnen soll bei der Elektrifizierung auch der Bahnhof Bad Homburg als regionaler Verkehrsknotenpunkt. Mit der geplanten Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 von Gonzenheim zum Bahnhof wäre der Vordertaunus optimal angebunden. Auch das ist derzeit aber noch Zukunftsmusik.

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