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Unerfüllte Millionenwünsche

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Von: Jürgen Streicher

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Die Klinik Hohe Mark in Oberursel.
Die Klinik Hohe Mark in Oberursel. © FR/Müller

Die Klinik Hohe Mark in Oberursel will weiter wachsen. Im Februar öffnet sie ihren neuen Physiotherapie-Trakt. Von Jürgen Streicher

Platz zum Wachsen hätte die Klinik Hohe Mark für Psychiatrie und Psychotherapie genug. Auf dem 14 Hektar großen Parkgelände an der Grenze von Stadt und Wald bestimmt Grün das Bild. "Wohlfühl-Ambiente" nennt das Krankenhausdirektorin Anke Berger-Schmitt, worauf die Klinik stolz sei. "Der Bedarf ist da, die Belegung könnte noch wesentlich höher sein." 40 bis 60 weitere Betten würde die Klinik für Patienten aus ganz Deutschland gerne anbieten. Und würde sie - bei jetzigen Wartezeiten von bis zu acht Wochen - wohl auch füllen.

An der Friedländer Straße, benannt nach dem Klinikgründer Adolf Friedländer, werden Krankheiten behandelt, die jeden treffen können, Tendenz steigend. "Volkskrankheit" nennt der Ärztliche Direktor Arnd Barocka die seelischen Leiden. Doch der Ausbau der Klinik hält mit dem wachsenden Bedarf nicht Schritt. Langsam mahlen die Mühlen der erhofften Zuschussgeber.

Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, die neue Physiotherapie-Abteilung zu bauen. Im Februar wird sie eröffnet, der Neubau ersetzt das fast 100 Jahre alte Anwendungsgebäude. Zehn Jahre nach dem Antrag brachte der hessische Staatssekretär Gerd Krämer im November 2008 den Bewilligungsbescheid; mit 1,4 Millionen wurde das Projekt vom Land gefördert, das 2,2 Millionen Euro kostete. Jetzt wird die Klinik den Anforderungen moderner Therapieverfahren gerecht.

Zehn Jahre läuft auch schon das Ersatz-Projekt für "Haus Buche", ein Haus mit zwei Stationen, das im Neubau zweimal 21 Betten bieten soll. "Abgängig" sei das alte Gebäude, sagte der Geschäftsführer der DGD-Krankenhaus GmbH Marburg, Michael Gerhardt, gestern beim Besuch von Landrat Ulrich Krebs, der sich über die Arbeit und die Entwicklung der Klinik informierte. "Jugendherbergs-Niveau" hatte er schon attestiert, als Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit Jürgen Banzer im Oktober zu Besuch war.

Aber für den erhofften Zuschuss zu einem neuen "Haus Buche" gab Banzer kein Signal, und Krebs kann den Prozess als Landrat ohnehin nur "wohlwollend begleiten". Rund sechs Millionen Euro wird die Klinik für den Neubau an der Friedländer Straße brauchen. Sollte der erwartete Bescheid bald kommen, könnte im Herbst Baubeginn sein. Eine Kapazitätserweiterung ist damit allerdings noch nicht verbunden.

Der Landrat wird schon im Sommer wiederkommen, beim "Fest der Begegnung" am 13. Juni ist er Schirmherr. Es ist der Tag der Öffnung der Klinik nach außen über das ohnehin wachsende Kulturangebot hinaus. Am 1. März ist sie Partner von VHS und Fokus O. bei der ersten Gesundheitswerkstatt Oberursel.

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