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Umbau im Kurstift

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Von: Miriam Keilbach

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Aktive Senioren, die ihren Hobbys nachgehen: Das Konzept des Kurstifts soll sich auch nach der Renovierung nicht ändern.
Aktive Senioren, die ihren Hobbys nachgehen: Das Konzept des Kurstifts soll sich auch nach der Renovierung nicht ändern. © Ilona Surrey

Die neue Geschäftsführerin Katrin Feick stellt ihr Konzept für den Kurstift Bad Homburg vor. Danach sollen Senioren, die dort einziehen, ihr restliches Leben dort verbringen können, auch wenn sie zum Pflegefall werden.

Das Haus soll so werden, wie es einmal war, sagt Katrin Feick, die neue Geschäftsführerin des Kurstifts Bad Homburg. Nachdem vor etwa fünf Jahren die Pflegestation geschlossen wurde, wird mit dem neuen Eigentümer Broermann Hotels & Residences GmbH eine neue Station errichtet.

Bereits im Herbst begannen die Umbauarbeiten im Haus 2 in den Louisen-Arkaden. Zunächst wird die Seite zur Louisenstraße hin bis April 2013 renoviert, der zweite Abschnitt wird im Anschluss nach Bedarf ausgebaut. Platz für 80 Betten soll entstehen. Bislang gab es einen ambulanten Service – aus der Not heraus, weil die Bewohner im Pflegefall nicht fortziehen wollen. Auch Demenzkranke werden einen Platz finden.

„Wir wollen das Konzept aufgreifen, wie es ursprünglich geplant war. Die Senioren können jung einziehen, haben Freunde, können Hobbys nachgehen und ihr restlichen Leben hier verbringen“, sagt Thomas Müller, Geschäftsführer bei Broermann.

Die Zimmer stehen derzeit teilweise leer, teilweise werden Bewohner umgesiedelt. Auf der Station wird es eine 24-Stunden-Betreuung geben, nach Fertigstellung sollen mehr als zehn weitere Pflegekräfte eingestellt werden.

Kurstift zu 90 Prozent ausgelastet

Insgesamt 208 Zimmer gibt es im Moment, nach Umbau wird es 155 Appartements fürs betreute Wohnen und 68 Pflegezimmer, zwölf davon als Doppelzimmer, geben. Rund 250 Bewohner leben im Kurstift, das ist eine Auslastung von rund 90 Prozent. „Wegen den Umbauten steht einiges frei“, erklärt Müller, „wir werden danach immer voll sein“. Feick sagt, sie spüre einen Wartezustand: „Die Leute wollen erst wissen, was im Kurstift passiert.“

Das Kurstift gehörte bis zum Jahresende der Stadt Bad Homburg, die das Stift als einziger Gesellschafter betrieb. Doch 2010 betrug das Defizit 1,365 Millionen, 2011 1,279 Millionen Euro. Die Stadt trennte sich von dem Stift und zahlte dem neuen Eigentümer zehn Millionen Euro dafür.

Weil sich die Stadt und der Vermieter, Broermann Louisen Arkaden, der wie der jetzige Eigentümer zur Broermann-Gruppe gehört, nicht einigen konnten, wer Modernisierungen im Haus zahlt, gibt es einen Investitionsstau. Müller kündigt an, bis zum Jahr 2015 rund fünf Millionen Euro zu investieren, darin ist auch der erste Bauabschnitt für die Pflegestation enthalten. Der Innenhof ist bereits umgestaltet, auch einige Balkone sind neu. Die Lobby soll folgen. Die Zimmer werden modernisiert, sobald ein Bewohner auszieht. In der kommenden Woche will Feick eine Bewohnerumfrage starten.

Die Pauschale, die die Senioren zahlen, solle erst einmal gleich bleiben, aber es werde behutsame Anpassungen geben, so Feick. „Wir dürfen kein Vertrauen verlieren.“ Derzeit kostet ein Platz ab 2300 Euro im Monat. Die Verluste aus den vergangenen Jahren, so der neue Eigentümer, kämen hauptsächlich durch Altlasten wie zinsgünstige Darlehen, die sich im Zuge der Marktentwicklung zum negativen für das Stift wandelten. Bis auf einen Bruchteil sei das Problem gelöst, so Müller.

„Es wird ein Spagat werden zwischen Wirtschaftlichkeit und Pflege“, sagt Müller. Er hofft auf Synergien durch den Firmenverband, zum Beispiel günstigere Einkaufskonditionen. „Die Kostenvorteile wollen wir ausspielen.“ Dennoch rechnet er bis 2015 mit einem Defizit, in eben jenem Jahr geht er in Rente – wie er hofft, mit einer schwarzen Null.

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