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„Die TSGO soll für alle da sein“

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Carsten Trumpp im vereinseigenen Fitnessstudio.
Carsten Trumpp im vereinseigenen Fitnessstudio. © Michael Schick

Präsident Carsten Trumpp erläutert im FR-Interview, wo er die Stärken der Oberurseler Sportgemeinde sieht. Sie hat inzwischen fast 4000 Mitglieder.

Präsident Carsten Trumpp erläutert im FR-Interview, wo er die Stärken der Oberurseler Sportgemeinde sieht. Sie hat inzwischen fast 4000 Mitglieder.

Herr Trumpp, ist für die TSGO überhaupt noch ein weiteres Wachstum möglich?

Auf der Mitgliedergewinnung liegt derzeit nicht unser Hauptaugenmerk. Wir werden Anfang 2014 rund 4000 Mitglieder haben; im Schnitt kommen pro Jahr 100 neue hinzu. Das grundsätzliche Ziel ist es nun, das Niveau zu halten, mit unseren bestehenden Kapazitäten zu haushalten und weiterhin Angebote zu schaffen.

Welche Bedeutung hatte ihr Vorgänger Rolf Vaupel für den Wachstum des Vereins?

Unter Rolf Vaupel ist die TSGO sehr stark gewachsen. Das ist ganz maßgeblich sein Verdienst, aber auch das der Stadt.

Inwiefern?

Die hat uns etwa bei den Hallenzeiten sehr unterstützt. Sport findet inzwischen sehr viel stärker in Hallen statt als auf Sportplätzen. Durch diesen Umstand ist es uns dann auch leichter gefallen, auf den Altkönigsportplatz als Sportstätte zu verzichten. Nach einem Ersatzgelände, wie im Aufhebungsvertrag mit der Stadt vereinbart, wird noch gesucht.

Wie muss man sich ihre Arbeit als Präsident der TSGO vorstellen?

Rolf Vaupel hat mir einen sehr gut strukturierten Verein hinterlassen. Wir haben starke Abteilungen. Mein Job ist eher moderierend, am ehesten noch vergleichbar mit dem eines Bürgermeisters in einer Stadtverwaltung. Auch da sind viele Ressorts gleichzeitig zu betreuen und miteinander in Einklang zu bringen.

Hört sich nach einem stressigen Job an?

Nein, das ist entspannter, als es klingt: Unsere sieben Abteilungen werden sehr gut geführt. Sie werden auch durch unsere hauptamtlichen Kräfte unterstützt.

Was unterscheidet sie von ihrem Vorgänger?

Ein Präsident arbeitet ehrenamtlich. Rolf Vaupel hat für den Verein gelebt, rund um die Uhr. Sein Privatleben bestand ganz und gar aus der TSGO. Ich arbeite aber noch in Vollzeit bei der Stadtverwaltung, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Auch wenn ich natürlich tagtäglich Zeit in die Arbeit im Verein investiere, kann ich das nicht in diesem Umfang leisten. Das habe ich aber auch vor meiner Wahl allen klargemacht. Es war aber offensichtlich kein Problem.

Was sind die stärksten Bereiche im Verein, wo gibt es noch Nachholbedarf?

Unsere Badmintongruppe wächst, Turnen und Handball sind traditionell sehr stark bei uns. Tennis dagegen würde sich wegen der ziemlich hohen Kosten nicht von selbst tragen. Wir haben aber ein großes Interesse daran, das anzubieten.

Ändert sich der Anspruch, den die Menschen an einen Sportverein haben?

Ja. In der Mitgliedschaft beim Tennis ist etwa vorgesehen, dass man bei der Pflege und Erhaltung des Platzes mithilft. Ich stelle aber fest, dass mehr Leute als früher den Verein inzwischen eher als einen Dienstleister sehen, wo sie eben ihren Beitrag zahlen, so wie in einem Fitness-Studio. Sie wollen aber sonst mit den Belangen eines Vereins eher in Ruhe gelassen werden. Wir schauen nun auch sehr stark auf neue Trends und bieten dann eben Zumba-Kurse an, oder halt Pilates, als das die Massen noch bewegte. Wir gucken, was zieht, und können unser Angebot dann entsprechend ergänzen.

Wie gestalten sie den Mannschaftssport in der TSGO?

Auch bei den Mannschaftssportarten wollen wir auch weiterhin den Breitensport repräsentieren, verzichten dafür ein Stück weit auf den absoluten Leistungsanspruch. Wir sind bei Basketball oder Handball natürlich glücklich über jeden Aufstieg, müssen aber nicht zwingend in der 2.Bundesliga spielen. Das würde nicht nur heißen, sehr viel Geld dafür aufzuwenden – man müsste zudem die leistungsschwächeren Hobbysportler aussieben. Die TSGO soll aber weiterhin für alle da sein, die Spaß an der Bewegung haben. Dafür gibt es andere Vereine, die sich stärker zur Leistung hin orientieren.

Bietet die Oberurseler dem Verein ein gutes Umfeld?

Oberursel ist definitiv sportbegeistert. Allein die TSGO vertritt ja knapp zehn Prozent der Oberurseler Einwohner. Und dann haben die Stadtteile für sich auch nochmal sehr starke Sportvereine. Das spricht sehr für die Stadt und die Menschen, die hier leben.

Interview: Götz Nawroth

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