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Ein Traum wird wahr

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Von: Hanning Voigts

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Vanessa I. (rechts) setzt ihrer Nachfolgerin Annabel I. die Krone auf.
Vanessa I. (rechts) setzt ihrer Nachfolgerin Annabel I. die Krone auf. © Martin Weis

Die Studentin Annabel Ernst ist seit Samstag neue Oberurseler Brunnenkönigin. Für sie geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung - doch in ihrem neuen Amt warten viele Termine auf sie.

Mit der Krönung zur Oberurseler Brunnenkönigin 2013 geht für Annabel Ernst ein Kindheitstraum in Erfüllung. Schon als sie in der ersten Klasse war, habe sie die Fotos der gekrönten Schönheiten in der Stadthalle bewundert, erzählt die 21-Jährige, als sie sich am Samstagmorgen der Öffentlichkeit präsentiert. „Und meine Oma sagte zu mir: ,Irgendwann hängst du da auch mal.‘ “ Und am Samstagabend ist es dann so weit: Die scheidende Brunnenkönigin Vanessa I. setzt Annabel die Krone auf, die damit als neue Brunnenkönigin Annabel I. ein Jahr lang Oberursel und seine 48 Brunnen repräsentieren darf – gemeinsam mit ihrem Brunnenmeister Kurt Hamer.

Sie sei „e richtiges Orscheler Mädche“, sagt Annabel über sich selbst. Aufgewachsen ist die selbstbewusste junge Frau mit ihren Eltern und zwei jüngeren Brüdern in der Strackgasse in der Altstadt, wo ihr Großvater schon das Gasthaus „Weißes Ross“ betrieb und ihr Vater heute einen Catering-Service leitet. Seit drei Jahren studiert Annabel in Marburg Deutsch, Geschichte und katholische Religion auf Lehramt, ist aber an den Wochenenden oft bei ihren Eltern in Oberursel. „Mit dem Semesterticket fährt man ja umsonst“, sagt sie. In den kommenden zwölf Monaten wird sie viel Bahn fahren müssen: Zwischen 130 und 150 offizielle Termine absolviert eine Brunnenkönigin im Laufe ihrer Amtszeit.

Wenn sie nicht gerade studiert, zieht die neue Königin übrigens gerne nach historischen Schnitten selbst genähte Kleider an und schwärmt für Lagerfeuerromantik: Annabel ist seit mehr als vier Jahren Mitglied im Mittelalterverein „Ursellis Historica“. „Irgendwann wurde ich infiziert mit Mittelalter“, sagt sie. Die Zeltlager, das Kochen, Musizieren, Bauen und Nähen ohne Strom und technische Hilfsmittel haben es ihr angetan. „Vor allem das Miteinander und der Austausch sind das Reizvolle an dem Hobby.“

Aus dem Mittelalterverein kennt sie auch Kurt Hamer, der ihr als Brunnenmeister in ihrem neuen Amt zur Seite stehen wird. Der 62-jährige Rentner ist stellvertretender Vorsitzender des 112 Mitglieder starken Vereins und von seinen Kindern mit der Mittelalter-Begeisterung angesteckt worden. „Diese Gemütlichkeit, diese Zusammengehörigkeit, das sind sehr schöne Sachen“, sagt er.

Viele offizielle Termine

Auf die große „Oberurseler Feyerey“, die Ursellis Historica im August bereits zum fünften Mal veranstaltet, freuen sich Annabel und ihr Brunnenmeister deshalb schon besonders – und natürlich auch auf das Brunnenfest Anfang Juni. Annabels Kleid als Brunnenkönigin ist, passend zu ihrem Hobby, nach einem mittelalterlichen Schnitt gestaltet – in leuchtendem Rot, eine ihrer Lieblingsfarben. Obwohl mit dem neuen Amt viel Arbeit verbunden ist, freut Annabel sich auf das kommende Jahr. Heimat, sagt sie, sei ein wichtiger Begriff für sie, „die soll man pflegen und gestalten.“ Sie freue sich auf das Zusammentreffen mit vielen Oberurselern, und sie wolle dazu beitragen, dass ihre Heimat ein Ort bleibe, „wo sich alle Menschen wohlfühlen können“.

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