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Stadtverordnetenvorsteher

Trauer um Franz Josef Ament

In der Nacht zum Freitag ist Bad Homburgs Stadtverordnetenvorsteher Franz Josef Ament (76) nach einer Operation an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben.

Von Martina Propson-Hauck

In der jüngsten Stadtverordnetensitzung am Donnerstag hatte der stellvertretende Parlamentschef Ansgar Schulz (CDU) noch bekanntgegeben, dass er dem kranken Kollegen im Namen aller beste Genesungswünsche überbringen wollte. Das geht nun nicht mehr.

In der Nacht zum Freitag ist Stadtverordnetenvorsteher Franz Josef Ament (76) nach einer Operation an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben.

An viele Anekdoten erinnern sich die Bad Homburger Politiker. Zum Beispiel an diese im heißen Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt 2009. Da war der Ur-Kirdorfer Franz Josef Ament, den die meisten als „die Ruhe selbst“ kannten und parteienübergreifend schätzten, ein wenig lauter geworden als üblich.

Bei der Apfelweinverkostung der Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld hatte er Seite an Seite mit dem noch wahlkämpfenden Grünen Michael Korwisi einen Schoppen gepetzt und das Foto davon anschließend auf der Internet-Wahlseite des Grünen-Politikers wiedergefunden. „Das geht doch nicht, der spannt mich da einfach vor seinen Wahlkarren“, hatte sich Ament empört, und Korwisi das Foto flugs und demütig von seiner Seite genommen.

Die sprichwörtliche „Seele von einem Menschen“ feierte mit jedem, gleich welcher politischen Couleur. Er engagierte sich in zahlreichen Vereinen und caritativen Organisationen. Trotzdem wussten alle, diese leutselige Fassade war nicht zu unterschätzen. Als Stadtverordnetenvorsteher brachte er mehr als zehn Jahre lang ein wenig Ruhe und Ordnung in die oft hitzigen Diskussionen der Parlamentarier. Legendär sind seine Zwischenrufe, mit denen er schwatzende Magistratsmitglieder ermahnte („Jetzt seien Sie aber endlich mal still, wir sind hier doch nicht im Kindergarten“) oder die Einhaltung der Redezeit überwachte („Sie haben nur noch zehn Sekunden!“).

Selbst wenn er im Eifer des Gefechts einmal kurz den Überblick über Geschäftsordnung oder Abstimmungsergebnisse verloren hatte – zum Schluss hörte doch wieder alles auf das Kommando des Parlamentschefs.

Seit 1957 war Ament Mitglied der Kirdorfer CDU, seit 1968 – seit mehr als 40 Jahren – vertrat er die Union im Stadtparlament. Im Sportverein DJK Helvetia engagierte sich der begeisterte Fußballer über Jahrzehnte, leitete den Laternenfestverein und engagierte sich im Förderverein für die Maria-Ward-Schule, für deren städtische Zuschüsse er noch im vergangenen Jahr vehement stritt.

Er bewegte sich souverän in der Stadt, zwischen Kolping und Karneval, Feuerwehr und Geflügelzüchtern – als Träger des Bundesverdienstkreuzes und als ehemaliger leitender Sparkassenangestellter. Zu seinem 75. Geburtstag im Juni 2009 wünschte er sich statt Geschenken, Spenden für die Bedürftigen der Stadt. Seine Rede zum Neujahrsempfang am 16. Januar in der Englischen Kirche war sein letzter großer öffentlicher Auftritt. „Bad Homburg trauert um einen großen Mann. Wir haben einen Menschen verloren, der seine Stadt geliebt hat, sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke“, kommentierte Oberbürgermeister Michael Korwisi den Tod Aments. Der Termin für Trauerfeier und Beerdigung standen bis Redaktionsschluss noch nicht fest.

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