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Träume im Oberhof

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Von: Jürgen Streicher

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Prominenter Beifall für das Modellprojekt Oberhof.
Prominenter Beifall für das Modellprojekt Oberhof. © Rolf Oeser

Die Staatsdomäne Ober-Erlenbach könnte ein Modellprojekt werden - das wünschen sich die Mitglieder des Vereins "Lebensraum Oberhof". Von Jürgen Streicher

Helga Gruber ist seit zwei Jahren dran an ihrem Traum vom "Lebensraum Oberhof". So heißt auch der Verein, der die Idee nun mit Nachdruck gegenüber Stadt und Land vertritt. Die denkmalgeschützte Staatsdomäne an der Burgholzhäuser Straße, eine Vierseit-Hofanlage aus dem späten 17. Jahrhundert, soll Raum bieten für Wohnen und Arbeiten, Kunst und Kultur. Ein Mehrgenerationenprojekt mitten im Ortsteil Ober-Erlenbach. "Bevor ein privater Investor kommt, wollen wir Anstöße für eine öffentliche Nutzung geben", sagt Helga Gruber.

Die Zielrichtung ist definiert, die Stadt soll die rund 7000 Quadratmeter große Hofanlage erwerben. Ein Drittel könnte als Gemeinbedarfsfläche genutzt werden, etwa für Kinderkrippe, Sozialstation, Jugend- und Seniorenwerkstatt. Der Rest würde privat genutzt durch Gewerbe, Büros, Läden und Wohnen.

Das Konzept des Vereins trifft bei Oberbürgermeister Michael Korwisi und in weiten Teilen der Politik auf Sympathie. Mehr als 500 Unterstützer-Unterschriften bestätigen auch die positive Einstellung der Ober-Erlenbacher zum Projekt. Helga Gruber hat die Liste dem OB am Samstag bei einer Info-Veranstaltung auf dem Hof in die Hand gedrückt.

Die Stadt hat ihr grundsätzliches Interesse am Ankauf des Oberhofs gegenüber dem Land erklärt, einen Beschluss gibt es aber noch nicht. Er wird vom Kaufpreis abhängig sein. Das Land ist verkaufswillig, doch der beauftragte "unabhängige Gutachter" hat noch kein Ergebnis vorgelegt. Den Gutachterausschuss der Stadt hatte das Finanzministerium als "möglicherweise befangen" abgelehnt, der Kreis fühlte sich nicht zuständig, die Suche nach dem passenden Gutachter ist ein Grund für das lange Warten auf den Kaufpreis. Die Vorlage des Gutachtens ist, so Stadt-Pressesprecher Andreas Möring, Anfang 2010 zu erwarten.

Bis in die 1950er Jahre war die Staatsdomäne ein landwirtschaftlicher Betrieb, in früheren Zeiten sogar das landwirtschaftliche Zentrum des Dorfs Ober-Erlenbach. Erbaut wurde der Oberhof vermutlich vom Adelsgeschlecht der Freiherren von Ingelheim, in deren Besitz der heutige Ortsteil Ende des 17. Jahrhunderts fiel. Der Zustand der Anlage verschlechtert sich, zurzeit ist nur eine Weinhandlung in Betrieb.

Investor gesucht

Der "Lebensraum Oberhof" nach dem Nutzungskonzeptentwurf von Gruber und ihren Mitstreitern könnte die Zukunft sein und dem ehemaligen Dorf eine neue Mitte bescheren. Der Verein versteht sich dabei als Ansprechpartner und als Vermittler beim Bündeln der geplanten Aktivitäten. Etwa das Mehrgenerationenhaus, das ein Investor finanzieren müsste. Es könnte am Rand der Anlage errichtet werden, auf einer Fläche, auf der eine Maschinenhalle steht, die nicht zum denkmalgeschützten Ensemble gehört. Der Innenhof soll für Veranstaltungen frei gehalten werden.

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