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Tränen nach den Plädoyers

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Der junge Grävenwiesbacher Marcel S. soll wegen Mordes auf der Usinger Kerb für elf Jahre hinter Gittern - das fordert die Staatsanwältin.

Der junge Grävenwiesbacher Marcel S. soll wegen Mordes auf der Usinger Kerb für elf Jahre hinter Gittern. Für diese Strafe plädierte gestern im Frankfurter Landgericht die Staatsanwältin. Weil der 21-jährige Täter betrunken gewesen sei, solle die eigentlich lebenslange Strafe abgemildert werden, sagte sie. Auch der Rechtsanwalt der Familie des Getöteten sah in der Tat im vergangenen Herbst einen heimtückischen Mord. Marcel S. solle lebenslang in Haft, forderte er. Der Grävenwiesbacher hatte während eines Streits zwischen zwei anderen Männern den völlig unbeteiligten Dominik May mit einem Stich ins Herz getötet.

Der Verteidiger forderte eine Haftstrafe "im einstelligen Bereich" wegen Totschlags. Der Messerstich gegen den 20-jährigen Neu-Anspacher sei nicht heimtückisch gewesen, meinte er. Dazu hätte das Opfer arg- und wehrlos sein müssen, dies sei bei der aggressiven Stimmung nicht der Fall gewesen. Die Staatsanwältin und der Nebenkläger sahen das anders. "Dominik May war völlig überrascht, es gab ja auch gar keinen Anlass für Tätlichkeiten. Er konnte sich nicht wehren", sagte die Staatsanwältin.

Am Ende der Verhandlung weinte der Angeklagte und bat die Eltern des Getöteten um Verzeihung. "Es tut mir leid. Ich wollte das nicht", sagte er. Das Urteil wird am Montag verkündet. (sam)

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