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Tradition am Herzberg

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Von: Fabian Böker

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Hereinspaziert: Das Herzberg-Lokal wird wiederbelebt.
Hereinspaziert: Das Herzberg-Lokal wird wiederbelebt. © Martin Weis

Neue Pächter wollen wenig ändern, aber vieles in Schwung bringen.

Am 1. Mai beginnt nicht nur ein neuer Monat. An dem Tag fällt der Startschuss für eine neue Ära auf dem Herzberg. Zumindest wünschen sich das die drei neuen Betreiber der dortigen Gaststätte. Sie wollen dem Lokal, das zum 28. Februar geschlossen wurde, wieder neues Leben einhauchen.

Auf den Tag der Arbeit warten Ivo Kljajic, seine Tochter Janja Batovanja und deren Mann Bosko schon sehnsüchtig. Arbeit haben sie bereits jetzt genug. Fast jeden Tag finden sich die drei Kroaten auf dem Bad Homburger Hausberg ein und bringen das Lokal auf Vordermann.

Dabei wollen die drei eigentlich gar nicht so viel verändern. „Wir wollen den Charakter als Ausflugslokal beibehalten“, sagt Ivo Kljajic voller Überzeugung. Denn als solches ist das Lokal seit Jahrzehnten bekannt, Generationen von Wanderern, Spaziergängern und Fahrradfahrern sind in der Gaststätte auf dem Herzberg eingekehrt.

Mit den alten Pächtern auseinandergelebt

Ende Februar war erst einmal Schluss. Der Vertrag mit den bisherigen Pächtern, Alexander Spöhrer und Michael Abt, wurde aufgelöst, „in gutem Einvernehmen“, wie die beiden damals sagten. Oberbürgermeister Michael Korwisi findet angesichts der abgeschlossenen Suche nach einem Nachfolger – drei Bewerber waren in der engeren Auswahl – und in Bezug auf die bisherigen Pächter etwas andere Worte: „Es war Zeit für etwas Neues. Wir hatten uns etwas auseinandergelebt.“

Ivo Kljajic und seine Familie interessieren sich nicht für das, was war. Sie blicken in die Zukunft, in ihre Zukunft auf dem Herzberg. In den Berg und das dortige Lokal haben sich die drei verliebt. „Wir waren einmal oben und haben uns sofort entschieden“, verrät Kljajic.

Auch wenn sie wenig ändern wollen – sogar der Name „Berggasthof“ bleibt –, gibt es trotzdem genug zu tun. Die Räumlichkeiten werden renoviert, alle Möbel kommen daher erst einmal raus.

Neuen Schwung wollen die neuen Betreiber aber natürlich dennoch auf den Berg bringen. „Wir wollen deutlich mehr Werbung machen“, sagt Kljajics Schwiegersohn Bosko Batovanja. Mit der Werbung sollen dann neben Ausflüglern auch Tagungsgäste angezogen werden. „Wir wollen einen Tagungsraum für 30 Gäste einrichten“, erklärt Ivo Kljajic. Im Winter soll ein Kamin für gemütliche Wärme sorgen.

Klare Linie in der Küche

Alles in allem wollen die erfahrenen Gastronomen – Ivo Kljajic führt bereits das Bürgerhaus Kirdorf, Bosko Batovanja hat im Steigenberger Hotel gelernt – „eine klare Linie“ fahren. Diese bezieht sich sie vor allem auf die angeboten Speisen. Wer einen Ausflug oder einen langen Spaziergang hinter sich habe, solle sich durch das Essen stärken, findet Bosko Batovanja. „Es gibt daher zum Beispiel Schnitzel oder Grüne Soße, bodenständige, deutsche Küche eben.“ Sein Schwiegervater ergänzt: „Wir wollen keine Experimente.“

Daher wird es neben den warmen Speisen auch ein reichhaltiges Angebot an Kuchen geben, der nachmittags zum Kaffee gegessen werden kann.

Michael Korwisi freut sich auf Besuche im neuen Lokal. Auch wenn er am Wochenende dafür etwa zwei Kilometer laufen muss, da dann die Straße auf den Herzberg gesperrt ist. Das erinnert den Oberbürgermeister an seine Kindheit. Als Fünftklässler unternahm er einen Ausflug zum Herzberg, zu Fuß, „es war richtig heiß“, blickt er zurück. Doch auf das kühlende Getränk musste er warten: Es war ein Montag, das Lokal hatte zu. Manche Dinge ändern sich eben nie.

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