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Ein Tempel für Gilboa

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Von: Jürgen Streicher

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Hochtaunus Landrat Ulrich Krebs (links) und sein israelisches Pendant Dany Atar: Die Eröffnung der Wanderhütte Gilboa-Tempel ist vollbracht.
Hochtaunus Landrat Ulrich Krebs (links) und sein israelisches Pendant Dany Atar: Die Eröffnung der Wanderhütte Gilboa-Tempel ist vollbracht. © FR/Oeser

Der "Gilboa-Tempel" auf dem Hünerberg mitten im Wald, soll "sichtbares Zeichen der Partnerschaft" zwischen dem Hochtaunus und dem israelischen Kreis Gilboa sein. Von Jürgen Streicher

Der Blick ist frei auf Kronberg und seine Burg. Er kann weiter Richtung Frankfurt und Flughafen schweifen und nach Südosten. Dort liegt, 2950 Kilometer entfernt wie eine Windrose ausweist, der israelische Distrikt Gilboa an der Grenze zum Westjordanland. Hier oben, auf dem Hünerberg bei Kronberg blickten gestern Israelis, Deutsche und Araber Richtung Israel und stießen mit Kronberger Apfelsekt auf 20 Jahre Freundschaft an.

Der "Gilboa-Tempel" auf dem Hünerberg mitten im Wald, soll "sichtbares Zeichen der Partnerschaft" zwischen dem Hochtaunuskreis und dem Kreis Gilboa sein, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU) bei der Taufe des sechseckigen Holzpavillons mit Aussichtsplattform. Sein israelischer Kollege Dany Atar und dessen Stellvertreter Id Salim betonten das Besondere der israelisch-deutschen Freundschaft und bedankten sich für das "wunderbare Gastgeschenk" zu ihren Ehren, das den Namen Gilboa verbreite.

Alltäglich war sie nie, die Partnerschaft zwischen dem israelischen Distrikt und dem deutschen Landkreis. Sie musste behutsam aufgebaut werden, manchmal musste es aber auch klare Zeichen geben. Unvergessen bei den israelischen Freunden in Gilboa aus der Gründerzeit der Partnerschaft ist noch heute, wie Ekkehard Gries während des Golfkriegs nach Israel flog, um Freundschaft auch in schweren Zeiten zu demonstrieren.

Zu "Ekki" Gries, dem Hessischen Innenminister zu Startbahn-West-Zeiten, passte so eine Geste. Zu einem Mann, der die Verschwisterung mit Feuer und Flamme betrieb, der Motor bei der Vorbereitung war. Als die Partnerschaft 1990 offiziell beurkundet wurde, war auch der israelische Botschafter dabei. Das Projekt wurde in Israel von höchster Stelle beobachtet. Dem Macher und Mentor gilt der israelische Dank, ein Waldstück im Nationalpark Maayan Harod macht in Israel die Partnerschaft nach außen sichtbar. Ein Schild verweist auf den "Ekki Gries Memorial Park", mit dem er ein Jahr nach seinem Tod geehrt wurde.

Verbindung wird vertieft

Der Gilboa-Tempel im Naturpark Hochtaunus zum 20. Jahrestag soll dazu beitragen, die Verbindung, die Dany Atar als "stronger and stronger in the last years" bezeichnete, weiter zu vertiefen. Und er soll die besondere Partnerschaft bei Wanderern und Touristen bekannt machen. Denn auch Gilboa baut auf eine Zukunft im Tourismus. In Planung ist derzeit Shaar Hagilboa (Das Tor zum Gilboa), ein Informationszentrum für Touristen ähnlich dem geplanten in Oberursel, wo gerade der erste Spatenstich erfolgte. Fachleute und Investoren, die an der Umsetzung von touristischen Plänen in der Region nicht weit vom See Genezareth interessiert sind, werden dort stets gesucht.

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