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Die Gerüste sind verschwunden. Das Hallenbad kann wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Sanierung

Oberursel: Dach des Taunabads ist wieder dicht

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Die Schäden an der erst 2014 eröffneten Schwimmhalle sind für mehr als drei Millionen Euro beseitigt worden. Ein Frühwarnsystem soll Probleme im Taunabad künftig verhindern.

Die Gerüste sind schon seit einigen Wochen verschwunden, die Sanierung der Schwimmhalle abgeschlossen. Doch für den Betriebsleiter des städtischen Bau und Service Oberursel (BSO), Michael Maag, ist das Kapitel Taunabad noch lange nicht beendet.

3,1 Millionen Euro haben die aufwendigen Arbeiten am Dach und an der Attika des erst 2014 eröffneten Bades gekostet. In mehreren Tranchen hatte das Stadtparlament das Geld bereitgestellt – in der Erwartung, es von dem Verursacher wieder zurückzubekommen. Bislang habe dessen Versicherung 600.000 Euro überwiesen, teilte Maag im Gespräch mit der FR mit.

Noch setze er auf eine außergerichtliche Einigung, sagt der BSO-Chef. Allerdings zieht sich das dazu anberaumte selbstständige Beweisverfahren in die Länge. Ein für Dezember geplanter Termin sei leider geplatzt, teilt Michael Maag mit. Der beauftragte Gutachter gehe nun davon aus, dass er Ende des ersten Quartals 2019 seine abschließende Stellungnahme vorlegen könne – mit dem Ziel zu klären, wer die Verantwortung für den Pfusch am Bau trägt. Anschließend werde sich zeigen, ob man auf dieser Basis eine Einigung mit der Gegenpartei hinbekommen werde, so Maag. Wenn nicht, müsse man das Ganze zur Not dann doch in einem offiziellen Gerichtsverfahren klären – was aber weiteren Zeitverzug bedeuten dürfte.

Der BSO hatte sich im Auftrag der Stadt um den Bau des Hallenbades gekümmert. Schon bald nach der Eröffnung waren Baumängel in dem Gebäude aufgetaucht. Als Hauptproblem erwies sich, dass Feuchtigkeit aus der Schwimmhalle durch die Lichtgräben in die Dachkonstruktion eindrang. Vor allem die Dachränder wurden dabei angegriffen und mussten erneuert werden. Hinzu kamen erhebliche Schäden an der Attika in Richtung Freibad – hier war das Fachwerk durch die Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen worden.

Damit sich das Ganze nicht wiederholen kann, habe man im Zuge der Sanierung eine Art „Frühwarn-System“ in die Dachkonstruktion eingebaut, teilt Michael Maag mit. Es zeige ein mögliches Leck oder eine zu hohe Feuchtigkeitskonzentration an.

Wegen der Sanierungsarbeiten konnte die Schwimmhalle im vergangenen Jahr 15 Wochen lang nicht genutzt werden, Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Funke hatte Ende Juni die Notbremse gezogen und das Hallenbad vorzeitig geschlossen. Das Risiko, dass Badegäste zu Schaden kommen könnten, war ihm zu groß geworden – der Prüfstatiker, der das Hallenbad regelmäßig kontrolliert, hatte Bedenken geäußert. Die Stadtwerke sind der Betreiber des Taunabades.

Trotz der Beeinträchtigungen sei man aber mit einem blauen Auge davongekommen, hatte Funke jüngst mitgeteilt. Geholfen habe der außergewöhnlich heiße und lange Sommer. „Er hat dazu beigetragen, dass unsere Badegäste die Schwimmhalle nicht allzu sehr vermisst haben.“ Vom 5. Oktober an war das Hallenbad wieder geöffnet.

Allerdings wisse man, dass manche Besucher das Freibad im Sommer wegen des Baulärms gemieden hätten, so Funke. „Sonst hätten wir sicherlich noch ein besseres Ergebnis verzeichnen können.“ Insgesamt haben im vergangenen Jahr 204.000 Badegäste das Taunabad besucht.

Im Dezember 2014 war das neue Oberurseler Hallenbad eröffnet worden. Schon während der Bauarbeiten hatte es Probleme gegeben, unter anderem durch falsch verlegte Kanäle.

Die Schwimmhalle ersetzt einen Vorgängerbau, der 2008 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste.

Rund 17 Millionen Euro hat das neue Bad gekostet, finanziert wurde die Summe vor allem durch die Umwandlung des benachbarten Altkönig-Sportplatzes in ein Wohnquartier. twe

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