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Tanz mit Hemingway im Bahnhof

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Von: Jürgen Streicher

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Der Bahnhof soll  eine Visitenkarte für die Stadt werden.
Der Bahnhof soll eine Visitenkarte für die Stadt werden. © Michael Schick

Mit neuen Mietern soll das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude im kommenden Jahr wieder zur "positiven Visitenkarte" der Stadt werden. Von Jürgen Streicher

Über Geld, also über die Kosten der Sanierung des alten Bahnhofsgebäudes, will Sewo-Geschäftsführer Justus Förschner nicht reden. Lieber über die "Initialzündung für die Vermarktung weiterer Flächen im Bahnhofsbereich". Das soll das Projekt "Alter Bahnhof" sein, Investor ist die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Sewo), die bis jetzt vier Partner im Boot hat. Alle erwarten den großen Wurf am heute toten Bahnhof. In der zweiten Jahreshälfte 2011 soll es soweit sein, ziemlich genau 110 Jahre nach der Eröffnung der heute denkmalgeschützten Station Oberursel.

Mit den neuen Mietern soll das Bahnhofsgebäude wieder zur "positiven Visitenkarte" (Bürgermeister Brum) der Stadt werden, ein "hochfrequentierter, angenehmer städtebaulicher Ort", so Hausherr Förschner. Die heutige Eingangshalle wird zur "Hemingway Lounge" mit Empore, über einer Zwischendecke und unter dem alten Gebälk werden dann Tanzschüler üben, wo jetzt noch Tauben zwischen den Stützpfosten umherschwirren. Die Lounge von Gastronom Markus Rose kann sich auf einer Fläche von 400 Quadratmetern ausdehnen und wird mit Raucherlounge etwa 160 Plätze haben, ein Biergarten im Außenbereich bietet weitere 250 Plätze.

Die Tanzschule Pritzer mit Kronberger Wurzeln, seit 2005 auch in Oberursel, kann im Obergeschoss zwei große Tanzflächen auf etwa 300 Quadratmetern einrichten. Ebenfalls oben wird sich das "Helen Doron Early English Learning Centre" mit bilingualem Mini-Kindergarten auf 200 Quadratmetern und zwei Ebenen einrichten. Tanzschule Lerncenter sind bisher im ehemaligen KDM an der Bären-Kreuzung und erhoffen sich einen enormen Imagegewinn durch den Umzug.Zwar verliert das Bahnhofsgebäude seine bahntypische Funktion, eine Erinnerung daran wird es aber geben. In einem Anbau auf der Ostseite in Richtung künftiger Personenunterführung zum Bahnsteig soll ein so genannter DB Service Store untergebracht werden, wie man ihn deutschlandweit an kleinen und mittelgroßen Bahnhöfen findet.

Ja, es soll neben Bistro-Bereich mit Snacks, Getränken, Kaffee und Zeitungen auch Fahrkarten geben und Auskünfte über Fahrpläne und Tarife von einem echten Menschen zu "ausgedehnten Öffnungszeiten", wie es eine Sewo-Mitarbeiterin bei der Vorstellung des Projekts vage umschrieb. Noch zu vergeben sind 90 Quadratmeter Ladenfläche im Erdgeschoss, wo einst das Sperrgut angenommen wurde.Die weitere Vermarktung der "Umgriffsflächen", die die Stadt ebenfalls von der Bahn gekauft hat, ist noch offen, sagten Brum und Förschner gestern. Im Gespräch sei aber weiterhin ein Ärztehaus im näheren Umfeld, dafür gebe es Interessenten.

Schon übernächste Woche wird wegen Abbrucharbeiten im Innern voraussichtlich der Kiosk im Gebäude geschlossen und provisorisch neben das alte Schrankenwärterhäuschen verlegt. Der Zugang zur heutigen Unterführung muss um das Bahnhofsgebäude herum verlegt werden. Im Juni soll die provisorische Unterführung in Betrieb genommen werden, damit die Sanierungsarbeiten beginnen können. Zum Hessentag 2011 wird der neue alte Bahnhof noch nicht glänzen, Gastronom Markus Rose plant aber ein "Pre-Opening" seines Biergartens mit Festzelt für die Millionen erwarteten Besucher.

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