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Wilhelm II. beim Ritt über den Marktplatz.

Wilhelm II.

Bad Homburg: Sympathie für den letzten Kaiser

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Wilhelm II. und Bad Homburg verband eine besondere Beziehung. Dazu gibt es jetzt eine Reihe von Veranstaltungen.

Wilhelm II. ist im Hochtaunuskreis immer noch allgegenwärtig. So lädt etwa das Kempinski-Hotel Falkenstein für den kommenden Sonntag zu einem Kaiser-Dinner ein – als Erinnerung an die Ursprünge des Hotels, das Wilhelm einst als Erholungsheim für Offiziere erbauen ließ. 

Eine ganz besondere Beziehung verband den letzten deutschen Kaiser mit Bad Homburg. Das Schloss diente ihm und seiner Frau Auguste Viktoria als Sommerresidenz. Ihre regelmäßigen Aufenthalte trugen wesentlich zur Blütezeit der Homburger Kur als renommiertes Fürstenbad mit internationalem Flair bei. 

Viele Homburger kamen so zu Arbeit und Wohlstand. Händler durften sich Hoflieferant nennen, Luxushotels florierten, Kaisermanöver, Fürstentreffen, Autorennen und Luftschiffparaden brachten Glamour und Umsatz. Nicht zuletzt entstanden auf des Kaisers Initiative und durch seine finanzielle Unterstützung markante Bauwerke wie die Erlöserkirche oder das rekonstruierte Römerkastell Saalburg. 

Schon als Kind hatte sich Wilhelm für die antiken Relikte vor den Toren der Stadt begeistert. Mit elf Jahren wohnte er 1870 zum ersten Mal mit Mutter und Geschwistern im Homburger Schloss. Im städtischen Adressbuch stand die gut 20-köpfige Kaiserfamilie ganz vorn. Wilhelm empfand sich als Homburger. „Ich kann nur in Homburg gut schlafen“, soll er einmal gesagt haben. 

Außenstehende sind immer wieder überrascht, mit wie viel Sympathie in Bad Homburg über den letzten deutschen Kaiser gesprochen wird, der immerhin einer der Hauptverantwortlichen für den Ersten Weltkrieg und damit den Tod von Millionen Menschen war. 

Daran hatte auch der Leiter des Fachbereichs Kultur beim Hochtaunuskreis, Gregor Maier, 2012 in einem „Zwischenruf“ erinnert. Wilhelm II. gehöre „ohne Zweifel zu den problematischsten Gestalten unserer Geschichte“, monierte Maier. Als Sympathieträger sei er nicht geeignet. 

Welche Spuren der Kaiser in Bad Homburg hinterlassen hat, zeichnet aktuell eine Veranstaltungsreihe im Schloss nach (siehe Infokasten). Dabei gehe es nicht um eine unkritische Kaisernostalgie, versichert Kirsten Worms, Leiterin der Schlösserverwaltung. „Wir wollen ein differenziertes Bild vermitteln.“

Die Veranstaltungsreihe im Überblick:

Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen setzt 2019 ihre Veranstaltungsreihe „Des Kaisers Spuren – Wilhelm II. im Schloss Bad Homburg“ fort.

Über „Wilhelm II. und die Archäologie“ spricht am Donnerstag, 14. Februar, der Direktor des Saalburg-Museums, Carsten Amrhein. Dabei will er die Rekonstruktion des Römerkastells auch als „Mittel der Herrscherlegitimation“ beleuchten.

Der Historiker Torsten Riotte präsentiert am Donnerstag, 4. April, unter dem Titel „Der Historiker als Lumpensammler“ historische Fundstücke aus dem Bad Homburger Schloss.

Um „Wilhelm II. im Film“ geht es in einem Vortrag der Filmhistorikerin und früheren Direktorin des Frankfurter Filmmuseums, Claudia Dillmann, am Mittwoch, 15. Mai. Dabei werden auch einige Beispiele zu sehen sein.

Wer einmal selbst die Sanierungs-arbeiten im Schloss begutachten will, kann das bei Führungen am Donnerstag, 14. März, und am Mittwoch, 26. Juni, tun. Mitarbeiter der Schlösserverwaltung erläutern den Fortgang der Arbeiten.

Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr im Bad Homburger Schloss, Herrngasse 1. Die Baustellenführungen starten um 18 Uhr im Vestibül des Schlosses.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Es ist aber eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 06172/926 21 22 oder per E-Mail: museumspaedagogik@schloesser.hessen.de

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