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Ein Studium für die Olympionikin

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Studiert in Bad Homburg: Olympionikin Gesa Felicitas Krause.
Studiert in Bad Homburg: Olympionikin Gesa Felicitas Krause. © Martin Weis

Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause war bei den Olympischen Spielen in London dabei. Seit Oktober studiert sie an der privaten Hochschule Accadis, weil man ihr dort die Kombination von Training und Lernen möglich macht. Olympia 2016 ist ihr Ziel.

Von Nina Nickoll

Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause war bei den Olympischen Spielen in London dabei. Seit Oktober studiert sie an der privaten Hochschule Accadis, weil man ihr dort die Kombination von Training und Lernen möglich macht. Olympia 2016 ist ihr Ziel.

Seit Anfang Oktober ist Gesa Felicitas Krause Studentin. Bis vor kurzem war sie noch in einer anderen Welt beheimatet: Als Starterin beim 3000-Meter-Hindernislauf bei den Olympischen Spielen in London knackte sie alle ihre bisherigen Rekorde. In 9 Minuten und 23 Sekunden war sie im Ziel, um fast zehn Sekunden verbesserte sie sich. „Das war ein tolles Gefühl, damit hätte ich selbst nicht gerechnet“, erinnert sich die 20-Jährige.

Doch nur auf den sportlichen Erfolg verlassen will sie sich nicht. Die nächsten vier Jahre absolviert sie ein „Studium plus Praxis“ in „International Business, Marketing und Event-Management“ an der Accadis-Hochschule in Ober-Eschbach. An der sportlichen Karriere arbeitet sie parallel weiter. „Die Hochschulleitung ist auf mich zugegangen, um mich darin zu unterstützen, dass ich meinen Sport nebenbei ausüben kann“, sagt Krause. Bachelorstudium und Sport seien zwar eine Doppelbelastung, aber zu sehr unter Druck setzen werde sie sich nicht. Das Studium sei jetzt ihr zweiter Fixpunkt im Leben, sagt Krause.

Die Flexibilität, das sei der wichtigste Grund, warum das Studium gut zur Hochleistungssportlerin passe, sagt Florian Pfeffel, Studienleiter der Accadis-Hochschule. Ein Jahr länger kann Krause hier studieren, also vier anstatt drei Jahre, wenn sie möchte. Auch 50 Prozent der Studiengebühren erlässt ihr die Schule. Krauses Studiengang kostet 595 Euro monatlich – ein Semesterticket für 250 Euro, die Einschreibegebühr von 450 Euro und die Prüfungsgebühr von 300 Euro noch nicht eingerechnet. Wer in Vollzeit studiert, zahlt monatlich noch einmal 100 Euro mehr.

Die Sportlerin wird, wie fünf andere Studenten, mit einem Teilstipendium der Hochschule gefördert. Infrage kämen dafür Studenten mit Bafög-Berechtigung, sagt Pfeffel, dazu gehöre auch Krause. Im ersten von neun Trimestern stehen „Business Planing“, Rechnungswesen, quantitative Methoden und „Business Englisch“ auf dem Stundenplan der Sportlerin. Englisch sei ihre Lieblingssprache, weil sie ein großer Amerika-Fan sei, sagt Krause.

Die Schule unterstütze sie, aber eine Sonderbehandlung gebe es nicht. Die wolle sie auch nicht: „Ich bin nicht der Typ, der hier als Star behandelt werden möchte“, sagt Krause. Viel zu tun habe sie aber schon, trainiert wird nämlich auch im Winter viel. Zweimal täglich fast drei Stunden, 20 Stunden in der Woche. Um sechs Uhr aufstehen heißt das an manchen Tagen.

Vollzeitstudentin ist sie nur solange, wie keine Wettkampfvorbereitung ihren Tagesablauf bestimmt, also nur bis zum Frühjahr. Dann werden nicht nur mehr Trainingseinheiten absolviert, sondern „auf die Wettkampfphase im Sommer muss man sich auch mental vorbereiten“. Krause trainiert bei der Leichtathletikgemeinschaft Eintracht Frankfurt. An den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im russischen Moskau und den U23-Europameisterschaften im finnischen Tampere will sie im kommenden Jahr teilnehmen.

Ihr Traum für die Zukunft? Bei den Olympischen Spielen in Brasilien im August 2016 starten – und vorne mitlaufen. Dafür werde sie die nächsten Jahre mit ihrem Trainer Wolfgang Heinig arbeiten, sagt Gesa Felicitas Krause. Was in der Zukunft komme, werden die nächsten vier Jahre entscheiden, erklärt die Olympiateilnehmerin von 2012. „Ob ich noch ein paar Jahre weitermache oder schon mit 24 sage, jetzt reicht es mir, mal schauen“, sagt sie. „Ich denke aber nicht, dass ich, wenn ich in der Weltspitze angekommen bin, sage, ich habe jetzt keine Lust mehr.“

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