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Studenten stopfen die Lücken

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Hochtaunuskreis Schulen müssen für zahlreiche unbesetzte Planstellen Ersatzkräfte auftreiben

Wir stopfen und stopfen mit Aushilfen, wie es nur geht", beschreibt Ulrich Nolte, scheidender Schulleiter am Bad Homburger Humboldt-Gymnasium, die Personallage. Zwölf bis 14 befristete Verträge wird er für das am Montag beginnende Schuljahr unterschreiben. "So viele Quereinsteiger hatte wir noch nie", stellt Nolte fest. Es sind Studenten oder berufserfahrene Lehrer.

Gesucht waren vor allem Lehrkräfte in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie. Aber auch bei Kunst, Englisch und Latein wurde es knapp. Die Personalnot sei an der "Humboldt" nicht zuletzt ob der Ausfälle bei den Planstellen wegen Schwangerschaften entstanden, so Nolte. Zu einem Unterrichtsausfall zu Beginn des neuen Schuljahres werde es nicht kommen - zumindest auf dem Papier.

Damit der Stundenplan der Gesamtschule Am Gluckenstein "einigermaßen ausgeglichen" vorliegt, musste Rektorin Roswitha Hahn 35 Telefonate und 15 Einstellungsgespräche führen. Zwei Kandidaten werden sich noch in den nächsten Tagen vorstellen - für Physik und Englisch. Auch an der Gesamtschule mussten vor allem die Naturwissenschaften mit Zeitkräften besetzt werden, die zum Teil aus der Wirtschaft wechseln, weil keine studierten Pädagogen zu bekommen waren. Zudem habe es an qualifiziertem Personal im Fach Ethik gemangelt - hier scheint der Markt leergefegt zu sein, sagt Hahn.

Eine "ganze Reihe" Lehramtsstudenten hat die Altkönigschule in Kronberg für das Schuljahr 2008/9 unter Vertrag genommen, berichtet Klaus Deitenbeck, stellvertretender Leiter des Gymnasiums. "Es war ausgesprochen schwierig, geeignete Lehrer für eine befristete Anstellung zu finden", sagt er. Die "Neuen", die nach dem Tarif der öffentlichen Angestellten beschäftigt werden, müssten neben fachlicher Kompetenz auch Akzeptanz bei den Schülern besitzen. Das war für die Kronberger Schule in diesem Jahr ein schwieriges Unterfangen. Die Besetzungsliste war lang und ging durch alle Fächer. Eine Planstelle mit Verbeamtung und 17 befristete Stellen konnten dennoch an die Frau oder an den Mann gebracht werden. Auch an der Altkönigschule wird es Quereinsteiger geben. Aber: "Die Leute sind der Schule nicht unbekannt."

Dass der Stundenplan an mancher hessischen Schule wieder mal nur mit Zeitkräften gerettet werden konnte, stimmt Ulrich Nolte vom Humboldt-Gymnasium nachdenklich. "Von unseren 110 Lehrkräften sind bereits mehr als zehn Prozent in einem prekären Beschäftigungsverhältnis." Dies unterlaufe den Gedanken der Lehrerkontinuität. An den Schulen herrschten zunehmend personelle Provisorien, sagt Nolte mit Blick auf die vielen Quereinsteiger im Schuldienst. Es fehle einfach an Pädagogen. "Die Politik ist gefordert, den Beruf wieder attraktiv zu gestalten und weniger schlechtzureden", sagt Nolte.

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