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Strampeln für Nicaragua

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Kinder brauchen sauberes Wasser in ausreichender Menge.
Kinder brauchen sauberes Wasser in ausreichender Menge. © Privat

Radfahren für ein Hilfsprojekt in Nicaragua - das ermöglichen die Kinderhilfsorganisation World Vision aus Friedrichsdorf und die Fahrradschmiede Cecona. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Radfahren für ein Hilfsprojekt in Nicaragua - das ermöglichen die Kinderhilfsorganisation World Vision und die Fahrradschmiede Cecona aus Hadamar. Sie stellten gestern auf dem Landgrafenplatz in Friedrichsdorf das Benefizfahrrad vor. Als "Testfahrer" schwangen sich Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Holger Haibach auf die weißlackierten Flitzer mit dem World-Vision-Emblem. "Es fährt sich gut", so Burghardts Fazit nach einer kleinen Runde.

Die Räder gibt es in zwei Ausführungen - als sportliches Mountainbike mit Federgabel und als Trekkingversion, die als Stadtrad ebenso genutzt werden kann wie als Reiserad. Sie kosten jeweils 880 Euro. Davon führt der Radbauer Cecona 150 Euro für das Kinderhilfsprojekt von World Vision im Nordwesten des mittelamerikanischen Landes ab. Treibende Kraft war Cecona-Geschäftsführer Klaus Nattermann, der seit Jahren mit Radmarathons für Entwicklungsprojekte wirbt. Im Winter nahm er Kontakt zu World Vision auf - die Idee für das Benefizrad war geboren.

Die in Friedrichsdorf ansässige Hilfsorganisation hat ein groß angelegtes Projekt "Gesunde Kinder weltweit" ins Leben gerufen, darunter das in Nicaragua. "Mit dem Geld finanzieren wir die Wasserversorgung und hygienische Bedingungen für etwa 40000 Menschen", sagte World-Vision-Sprecher Oliver Müller.

Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas. Über 70 Prozent der Menschen leben von knapp zwei Dollar am Tag. Die meisten Kinder leiden angesichts des verunreinigten Trinkwassers unter Durchfallerkrankungen, "Jährlich sterben in den Entwicklungsländern neun Millionen Kinder an Lungenentzündung, Masern oder Durchfall, obwohl die Krankheiten leicht zu heilen wären", so Müller.

Holger Haibach, entwicklungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, warb um Unterstützung für das Projekt. Inzwischen habe es bei der Bekämpfung der "großen" Krankheiten wie Aids Fortschritte gegeben. Aber wichtig seien nach wie vor Projekte für sauberes Trinkwasser, Hygiene und den Bau von Krankenhäusern. Dass sich ein Unternehmen der Region derart engagiere, zeige wie sehr Entwicklungshilfe gesellschaftlich verankert sei.

Bürgermeister Burghardt wünschte der Aktion viel Erfolg. Ebenso wie Haibach denkt er darüber nach, ein Benefiz-Rad zu kaufen und künftig für mehr Gerechtigkeit auf der Welt in die Pedale zu treten. Der Grüne freute sich gestern sichtlich, gemeinsam mit einem CDU-Politiker aufzutreten. Burghardt: "Ich hätte vor 15 Jahren nicht geglaubt, dass ich einmal mit Holger Haibach ein Projekt für Nicaragua eröffnen würde."

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